Parkplatz-Chaos? Klinik fordert Konzept für Weinberg

Parken am Weinberg: Schon jetzt stellen viele Autofahrer ihren Wagen im Parkverbot vor dem Elisabeth-Krankenhaus ab. Die Klinikleitung fürchtet, dass sich die Situation durch die beiden geplanten Museen noch verschärfen wird. Foto: Janz

Kassel. Die Grimm-Welt und das Tapetenmuseum sollen jedes Jahr 100.000 Besucher anlocken. Zusätzliche Parkplätze am Weinberg sind aber bisher nicht vorgesehen. Die Geschäftsleitung des benachbarten Elisabeth-Krankenhauses fürchtet, dass diese Planung zu einem Verkehrschaos führen wird.

„Ich bin nicht gegen die Museen“, sagt Geschäftsführer Albin Zimmermann, „aber ich erwarte, dass die Stadt ein ordentliches Parkkonzept vorlegt. Wir mussten das ja auch.“ Damit spielt er auf die Erweiterung der Klinik vor gut zehn Jahren an. Damals hat das Krankenhaus eine Tiefgarage gebaut: mit 150 Stellplätzen für Mitarbeiter und 63 für Patienten und Besucher.

Die ist tagsüber schon jetzt meistens voll. Auch auf der Weinbergstraße gibt es kaum freie Parkplätze, auch weil neben Krankenhausbesuchern viele Schüler des Friedrichsgymnasiums mit dem Auto kommen. Pkw parken im Halteverbot vor der Klinik oder stehen in zweiter Reihe, um Patienten aussteigen zu lassen.

Zimmermann fürchtet, dass sich die Situation deutlich verschärfen wird, wenn die Museen erst einmal gebaut sind: „Bei den erwarteten Besucherzahlen gibt das ein Chaos.“ Seine größte Sorge: Rettungswagen könnten Schwierigkeiten bei der Anlieferung von Patienten haben, wenn es auf jede Minute ankommt.

Erschreckt hätten ihn die Aussagen der Stadtverordneten von SPD, Grünen und FDP, die gegen zusätzliche Parkplätze sind. Der Verweis auf das Parkleitsystem reiche nicht aus. Viele, die von außerhalb zu den Museen wollen, würden nicht irgendwo in der Stadt parken und laufen: „Die meisten werden versuchen, dichter ranzukommen“, ist sich Zimmermann sicher. Für sie sei am Weinberg kein Platz, zumal noch Parkplätze für Busse, Zufahrten und Behinderte wegfallen werden.

All das habe das Krankenhaus bereits im Rahmen der Bauplanung kritisiert. Die Eingabe ist vier Monate her. „Bis heute haben wir nichts von der Stadt gehört“, sagt Zimmermann. Deshalb schlägt er nun öffentlich Alarm: „Wenn erst einmal gebaut ist, ist es zu spät. Wir wollen frühzeitig auf unsere Bedenken hinweisen.“

Nach Angaben des Leiters des Stadtplanungsamtes, Heinz Spangenberg, sind inzwischen alle 60 Einwendungen gegen den Bebauungsplan bearbeitet. Beantwortet würden sie aber erst, wenn die Stadtverordneten den Bebauungsplan beschlossen haben. Das soll im Laufe des Sommers der Fall sein. „Wir als Verwaltung können die Entscheidung nicht vorwegnehmen“, erklärte Spangenberg.

Von Marcus Janz

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