Partei wächst in Kassel um zehn Prozent – Verhandlungen mit SPD ohne Ergebnis

Gernot Rönz

Kassel. So viel Grün gab es in Kassel noch nie: Der Kreisverband von Bündnis90 / Die Grünen hat mit derzeit 260 Mitgliedern so viele wie noch nie in der Stadt.

Von diesem „Allzeithoch“ berichtete der sichtlich erfreute Vorsitzende Dr. Andreas Jürgens jetzt während der Kreismitgliederversammlung. Allein im vergangenen Jahr gab es damit einen Zuwachs von mehr als zehn Prozent für die aufstrebende Partei.

Die Hoffnung durch die neue Stärke auch mehr Sitze in der Bundesdelegiertenkonferenz zu bekommen, erfüllt sich allerdings nicht: Denn einen entsprechenden Boom verzeichnen auch andere Kreisverbände, so Jürgens.

Ein grünes Allzeithoch, nahm Fraktionsvorsitzender Gernot Rönz das Stichwort auf, herrsche auch im Rathaus: Mit 18 Stadtverordneten und einem vierten Sitz im ehrenamtlichen Magistrat gibt es so viele grüne Mandatsträger in Kassel wie nie zuvor. Die Rolle, „dass wir nicht mehr der kleine Partner einer großen Fraktion sind, sondern die Nummer zwei“, sei für die Grünen zwar noch ungewohnt – aber gewiss nicht unangenehm.

Die Rekordzahlen wirken sich auch positiv auf die Finanzen der Grünen aus. Nicht nur die Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge erhöhen sich, sondern auch die Beiträge der Mandatsträger, die 20 Prozent ihrer Aufwandsentschädigung in die Parteikasse legen. Gute Aussichten für den Haushalt, der schon im vorigen Jahr einen satten Gewinn von 13 000 Euro aufwies, wie Kreisschatzmeister Thomas Koch berichtete. Anteil an dem guten Ergebnis hatten auch Spendeneinnahmen, die mit über 16 000 Euro mehr als doppelt so hoch ausfielen wie erwartet.

Noch kein Ergebnis konnte Fraktionschef Rönz von den Verhandlungen über eine Zusammenarbeit mit der SPD präsentieren. Ziel sei, bis zum nächsten Parteitag am 16. Juni über eine Vereinbarung abzustimmen. Die bisherigen Gespräche mit der SPD verliefen harmonisch. „Es gibt 80 bis 90 Prozent Übereinstimmung.“ In einigen Punkten – etwa beim Gewerbegebiet Langes Feld – bestehe Dissens. Auf Details ging Rönz wegen der laufenden Verhandlungen jedoch nicht ein. Zur Sprache bringen werde man auch noch das Tempo beim Ausbau der Kinderbetreuung und das Thema Bürgerbeteiligung. Archivfotos: Koch

Von Katja Rudolph

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