Beste Noten aus Kassel

Partituren aus Verlag Bärenreiter sind weltweit gefragt

Familiensache: Der Kasseler Musikverlag Bärenreiter wird von Gründerenkel Clemens Scheuch, Barbara Scheuch-Vötterle und ihrem Ehemann Leonhard Scheuch geleitet. Foto: Herzog

Kassel. Mit einfachen Liedblättern für die Wandervogelbewegung hatte im Jahr 1923 die Erfolgsgeschichte des Kasseler Musikverlages Bärenreiter begonnen.

Später ergänzte der junge Buchhändlergehilfe und Verlagsgründer Karl Vötterle sein Angebot an Volksliednoten mit wissenschaftlich-kritischen Musiker-Gesamtausgaben, die bis heute einen zentralen Platz im Verlagsprogramm einnehmen und Bärenreiter international große Anerkennung verschafft haben.

Die Suche nach dem Urtext einer Komposition, die dem Willen des Komponisten am nächsten kommt, wird heute von Barbara Scheuch-Vötterle, ihrem Ehemann Leonhard Scheuch und Sohn Clemens Scheuch gepflegt, die an der Spitze des größten deutschen Musikverlages in Familienhand stehen. Tochterunternehmen gibt es in Basel, London, Prag und New York.

Musiker vom Laien bis zum Weltstar kaufen die in hoher Qualität gedruckten Noten des Kasseler Verlages. Für eine Mozart-Gesamtausgabe zahlen Kunden rund 22 000 Euro. Opernhäuser und Orchester kaufen die Partituren nicht, sondern leihen die Noten für Aufführungen aus und zahlen dafür eine Gebühr, die sich an der Anzahl der Konzerte orientiert. Fast alle großen Namen der Musikgeschichte sind im Verlagsprogramm vertreten, darunter die Gesamtausgaben von Schütz, Bach, Händel, Mozart, Schubert, Berlioz und anderen. Bärenreiter ist zudem Herausgeber der mit 29 Bänden größten deutschsprachigen Enzyklopädie über Musik. Mehr als die Hälfte der Verlagserzeugnisse geht in den weltweiten Export; insbesondere der asiatische Markt wächst. (ach)

In der nächsten Folge geht es um die in Kassel entworfene Norm-Sprudelflasche aus Glas.

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