Schülerforschungszentrum stellt vier Landessieger-Teams bei „Jugend forscht“

Siegreich: Die SFN-Teams mit ihren Betreuern (vorn von rechts Klaus-Peter Haupt, Horst-Dieter Döricht und Jörg Steiper) in Darmstadt. Vorn in der Mitte: Johanna Niggemann. Fotos: privat/nh

Kassel. Im Schülerforschungszentrum Nordhessen (SFN) auf dem Gelände der Albert-Schweitzer-Schule summt und wimmelt es wie in einem Bienenstock.

Die jungen Forscher und ihre Lehrer Klaus-Peter Haupt und Jörg Steiper, die sich hier ihr naturwissenschaftliches Eldorado eingerichtet haben, sind aufgeregt und in Feierlaune. Übermüdet, glücklich und siegreich war am Abend zuvor die SFN-Truppe vom Landesentscheid „Jugend forscht“ aus Darmstadt zurückgekehrt.

Von den 44 hessischen Teams waren allein sieben unter der Flagge des SFN angetreten. Zurück kehrten sie mit vier ersten und zwei dritten Plätzen, dem Preis für die schöpferisch beste Arbeit sowie vier Sonderpreisen. Außerdem stellten die Kasseler mit der zwölfjährigen Johanna Niggemann, die auf einen dritten Platz kam, die jüngste Teilnehmerin.

Preisträger Anselm von Wangenheim (Albert-Schweitzer-Schule) war beim Feiern in Kassel nicht dabei. Er war direkt von Darmstadt nach Luxemburg gefahren, wo er seine Arbeit im Fachgebiet Physik „Kristalle aus der Luft“ ebenso wie sein SFN-Kollege Duo Qiu auf einer Wissenschaftsmesse präsentierte.

Man hat sich ja in Kassel an die nicht abreißende Erfolgsserie des SFN schon gewöhnt. Und doch übertraf sich das SFN bei diesem Wettbewerb noch einmal selbst. Klaus-Peter Haupt über seine Schützlinge: „Wir haben auf diesem Landeswettbewerb in der über 40-jährigen Geschichte von Jugend forscht den bundesweiten Medaillen-Rekord aufgestellt.“

Am Tag danach im SFN sind die Preisträger schon wieder in ihre Forschungen vertieft und am Fachsimpeln.

Vor allem Robin Braun, Anselm Dewald und Philipp Mandler (alle Max-Eyth-Schule), die im Bereich Technik mit ihrem sechsbeinigen Laufroboter antraten, treibt die Frage um: Warum hatte der „Hexapod“ in Darmstadt einen Elektronik-Defekt? Er hatte plötzlich den Geist aufgegeben, seinen Erbauern einen gehörigen Schrecken eingejagt und dafür gesorgt, dass die drei 18-Jährigen die ganze Nacht lang in der Jugendherberge tüftelten und reparierten. Und am nächsten Tag den ersten Preis abräumten. „Bis zur Preisverleihung waren wir uns nicht sicher, wie die Jury unseren Hexapod bewertet“, sagt Robin.

Auch Sabrina Huhn (17), Matthias Kimpel (12) und Paul Witte (17) waren sich nach der 75-minütigen Präsentation ihrer Arbeit zur „Bewegung und Korrelation von Sonnenflecken“ nicht sicher, dass sie damit im Bereich Geo- und Raumwissenschaften auf einen ersten Platz kommen. „Die haben uns mit Fragen ganz schön in die Mangel genommen“, sagt Sabrina. Aber die ASS-Schüler bewegen sich mit ihren Forschungen auf der Höhe der Zeit, konnten beeindrucken und punkten.

Befürchtung hatte auch Arne Hensel (17) aus Homberg, dessen Chemie-Arbeit mit dem Titel „Analyse unaxialer meso- und nanoporöser Systeme in Anodic Alumina“ die Freunde aus dem SFN tief beeindruckt und einhellig als „Hammerprojekt“ bezeichnet wird. „Ich hatte ehrlich gesagt Angst, ob die Jury die Arbeit richtig einordnen kann“, sagt Arne. Für seine Entwicklung eines Mikroreaktors zur Erzeugung von Nanostrukturen in Aluminiumoxid, mit dem er sich für eine Wissenschaftsmesse in den USA nominieren konnte, hat Arne jetzt ein Patent angemeldet.

Die SFN-Teams haben sich für den Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ (29. Mai bis 1. Juni) in Künzelsau qualifiziert.

Infos: www.sfn-kassel.de

Von Christina Hein

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