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Patient auf vier Pfoten: Francy Schinderling ist als mobile Hundeosteopathin in Kassel unterwegs

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Von: Anna-Laura Weyh

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Hält für die Therapie still: Australian-Shepherd-Hündin Suki wird gegen ihre Verspannung von Hundeosteopathin Francy Schinderling behandelt.
Hält für die Therapie still: Australian-Shepherd-Hündin Suki wird gegen ihre Verspannung von Hundeosteopathin Francy Schinderling behandelt. © Anna Weyh

Francy Schinderling ist in und um Kassel als Hundeosteopathin unterwegs und behandelt die Vierbeiner bei Verspannungen.

Kassel – Hündin Suki stürmt begeistert auf Francy Schinderling zu, als sie den Hof in Fuldatal betritt. Der Australian Shepherd kennt die Hundeosteopathin bereits. Die beiden tollen herum, spielen miteinander. Francy Schinderling besucht die Hündin und ihre Besitzerin Sandra Piontek schon seit dem Beginn ihrer Ausbildung regelmäßig. „Erst mal nett sein und Hallo sagen“, sagt Schinderling. Das ist wichtig, denn die osteopathische Behandlung, die nur mit den Händen erfolgt, ist für das Tier oftmals dann nicht ganz so nett.

Der Grund für Schinderlings Besuch: Suki duckt sich beim Streicheln herunter und läuft unrund, sagt Sandra Piontek. Die Besitzerin macht mit Suki Hundesport, durch die starke Belastung kommt es bei der achtjährigen Hündin hin und wieder zu Verspannungen. Routiniert beginnt Francy Schinderling Suki abzutasten. Dazu beginnt sie am ersten Wirbel und geht den Rücken entlang. „Manchmal muss ich erst suchen, was das Problem ist“, sagt sie. „Wenn ich dann sehe, dass die Nerven beim Abtasten zucken, weiß ich, wie ich behandeln muss.“

Seit mehr als einem Jahr arbeitet Francy Schinderling als Hundeosteopathin. Dieser Ausbildung geht gewöhnlich die zum Hundephysiotherapeuten voraus. „Ich bin aber Humanphysiotherapeutin. Aber da gibt es keine großen Unterschiede, außer die vier Pfoten“, sagt sie. Da die 29-Jährige aus Kassel mit Hunden aufgewachsen ist und ihre freie Zeit oft mit ihnen verbringt, sind ihr vor der Ausbildung auch immer wieder Fehlstellungen bei den Tieren aufgefallen. „Ich gucke einen Menschen an und sehe, was bei ihm nicht okay ist. Bei Hunden ging mir das ähnlich“, so Schinderling.

Deshalb hat sie sich über mögliche Berufe informiert und ist auf den der Hundeosteopathin gestoßen. „Ich dachte, das muss ich unbedingt machen“, sagt sie. Sie arbeitet in keiner Praxis, sondern ist mobil unterwegs. „Viele Hunde fahren nicht gern Auto oder entwickeln eine Angst vor Arztpraxen. Das möchte ich vermeiden“, sagt sie und besucht die Hunde deshalb in ihrem gewohnten Umfeld. Das sorgt für ein vertrautes Verhältnis.

Bei Hündin Suki ist die akute Ursache für ihre Verspannung schnell gefunden. Francy Schinderling übt Druck auf die Stelle aus und erklärt: „In der Wirbelsäule fließt das Hirnwasser bis zum Steiß und wieder zurück. Steht ein Wirbel schief, wird dieser Fluss gestört und der Nerv irritiert.“ Mithilfe des punktuellen Drucks sowie der körperlichen Bewegung und Atmung von Suki richtet sich der Wirbel wieder.

„Ich finde es gut, dass nach der Ursache gesucht und nicht nur symptomatisch mit Schmerzmitteln behandelt wird“, sagt Hundebesitzerin Sandra Piontek. Der Australian Shepherd hält während der Behandlung still und lässt diese zu. Das ist nicht bei jedem der vierbeinigen Patienten so. „Manche Hunde knippen dann auch schon mal“, sagt Schinderling. Aber das sei für sie nicht schlimm. „Hunde können ja nicht sagen: Stopp, das tut weh.“

Neben der Berührungsempfindlichkeit und dem auffälligen Gehen gibt es auch noch eine Reihe anderer Symptome, die auf Verspannungen hindeuten können. Dazu gehören zum Beispiel falsches Atmen, vermehrtes Schmatzen sowie Fellveränderungen und Augentränen. Schinderling nimmt pro Behandlungsstunde 50 Euro, hinzu kommt noch das Anfahrtsgeld. Die Osteopathin behandelt auch Katzen.

Weitere Informationen über Instagram: hundeosteo.schinderling oder per Mail an Hundeosteo.Schinderling@gmail.com

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