Ehec: Pflege und Therapie sind vor allem bei HUS-Patienten aufwendig und teuer

Patienten werden isoliert

Jörg Plum

Kassel. Allein im Kasseler Klinikum werden derzeit fünf Patienten mit einer Ehec-Erkrankung behandelt. Jeder dieser Patienten, der auch nur mit dem Verdacht auf eine Infektion mit dem gefährlichen Darmkeim aufgenommen wird, werde sofort isoliert, erläutert Klinikums-Sprecherin Inga Eisel.

Wenn sich der Gesundheitszustand eines Ehec-Patienten verschlechtert, weil er ein Hämolythisch-Urämisches Syndrom (HUS) entwickelt hat, werde er in die Nephrologie (Klinik für Nierenerkrankungen) verlegt und dort mit einer Plasma-Austausch-Therapie und beziehungsweise oder einer Dialyse (Blutwäsche) behandelt. Bei diesen Patienten sei häufig auch eine intensivmedizinische Überwachung notwendig. Die Patienten würden dabei durchgehend weiter isoliert. Und das Pflegepersonal betreibe einen hohen Aufwand, um die hygienischen Vorschriften bei Ehec- und HUS-Patienten strengstens einzuhalten.

Nicht nur der Aufwand für Isolierung und besondere Hygiene ist hoch. Sofern bei einem HU-Syndrom eine Plasmaaustauschtherapie notwendig wird, bestehe zudem ein hoher Bedarf an Material wie Filter und Lösungen sowie an Plasma. Zum Teil müssen diese Patienten außerdem zumindest zeitweise an die Dialyse. Pflege und Therapie in solchen Fällen seien sehr aufwendig und teuer.

Aktuell aber könne das Klinikum alles benötigte Material in ausreichender Menge vorhalten. „Es stehen derzeit genug Blutplasma von der Blutbank, Plasma-Austauschgeräte und Dialysemöglichkeiten zur Verfügung“, sagte dazu Prof. Dr. Jörg Plum, Direktor der Medizinischen Klinik III.

In einem Fall einer schweren Hämolyse (Auflösung von roten Blutkörperchen) durch ein HUS habe man durch schnelle Reaktion eine Dialyse verhindern können. Das sei möglich, weil die Ehec- und HUS-Patienten engmaschig betreut würden und sowohl die Ärzte als auch das Pflegepersonal auf jede Veränderung des Zustands der Patienten schnell reagierten, erläutert Plum. (hei)

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