Im Rahmen von vier Vorträgen werden die häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule vorgestellt.

Patientenveranstaltung Wirbelsäulenerkrankungen

Etablierte Therapieverfahren und innovative Konzepte bei der Versorgung werden dargestellt, bevor es in den Diskussionsrunden Gelegenheit gibt, Fragen zu stellen.

Hier die vier Vorträge im Überblick:

In Bewegung bleiben
(Bandscheibenprothetik an der Halswirbelsäule)

Dr. med. Kordian Wojtas
Sollten Bandscheibenvorfälle an der Halswirbelsäule operiert werden müssen, ist in der Mehrzahl der Fälle eine Versorgung von vorne mit vollständiger Entfernung der Bandscheibe notwendig, um das Rückenmark zu schonen. Während früher und vielerorts noch heute die benachbarten Wirbelkörper „versteift“ wurden, in dem ein Stück Knochen oder ein Implantat eingesetzt wurde, wird im Wirbelsäulenzentrum eine Bandscheibenprothese eingebaut, die die Beweglichkeit in diesem Segment auch nach der Operation erhält. Internationale Studien belegen die hiermit verbundene schonende Auswirkung auf die benachbarten Segmente, es kommt zu weniger Folgeproblemen.

Der Rücken bricht durch (Spondylolisthese)
Thomas Kruschat
Von einer Spondylolisthesis spricht man wenn es zu einem sogenannten Wirbelgleiten kommt. Hierbei stehen die Wirbelkörper nicht mehr wie ursprünglich von der Natur vorgesehen in einer Linie übereinander, sondern es kommt zu einer Verschiebung zweier Wirbelkörper gegeneinander.
Bei der instabilen Spondylolisthesis bewegen sich die Wirbelkörper belastungsabhängig gegeneinander, was bei den betroffenen Patienten ein Gefühl hervorruft „als bräche der Rücken durch“. Durch die ausgeprägte Schmerzsymptomatik, nicht selten verbunden mit neurologischen Ausfällen, kommt es zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Häufig ist die stabilisierende Operation der einzige Weg um die Beschwerden dauerhaft zu lindern.

Wenn das Bein weh tut (Lumbaler Bandscheibenvorfall)
Dr. med. Jens Kleffmann
LL.M. Schmerzen im Bein können Folge eines Bandscheibenvorfalls im unteren Rücken (Lendenwirbelsäule) sein. Obwohl der Vorfall selbst nicht schmerzhaft ist, kann durch die raumfordernde Wirkung auf die benachbarten Nerven ein Rückenschmerz mit typischer Ausstrahlung in die Beine entstehen. Kürzlich veröffentlichte, große internationale Studien belegen die Wirksamkeit der operativen Therapie, die regelhaft mit geringem Risiko durchgeführt werden kann. Dennoch sollte eine Operation bei der Versorgung von Bandscheibenvorfällen die Ausnahme bleiben.

Die Schaufensterkrankheit der Wirbelsäule
(Lumbale Spinalkanalstenose)

Alexander Stiegel
Die Verengung des Wirbelkanals der Lendenwirbelsäule ist eine typische Erkrankung bei fortgeschrittenem Verschleiß der Wirbelsäule. Aufgrund der Verschleißerscheinung von Bandscheiben und Zwischenwirbelgelenken kommt es zu einer deutlichen Verdickung der Gelenke und der Bandstrukturen der Wirbelsäule, es bleibt weniger Platz für die Nerven. Hierdurch kommt es bei zunehmender Belastung zu Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Beine. Die Gehstrecke der betroffenen Patienten ist häufig verkürzt, z. B. „von Schaufenster zu Schaufenster.“ Zunächst hilft häufig noch die konservative Therapie, bei fortschreitender Symptomatik ist aber die operative Erweiterung des Spinalkanals in vielen Fällen eine sinnvolle Therapieoption.

Patientenveranstaltung Wirbelsäulenerkrankung

Kürzlich veröffentlichte, große internationale Studien belegen die Wirksamkeit der operativen Therapie, die regelhaft mit geringem Risiko durchgeführt werden kann. Dennoch sollte eine Operation bei der Versorgung von Bandscheibenvorfällen die Ausnahme bleiben.“

Patientenveranstaltung Wirbelsäulenerkrankungen

Der Eintritt ist frei.

Begrenzte Teilnehmerzahl.
Telefonische Anmeldung unter 0561 / 2031253.

Donnerstag, 3. November 2016,
18 – 20 Uhr Frankfurter Str. 168,
Kassel, Sitzungszimmer, 1. Stock

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