Kasseler Wissenschaftler haben ein Vokabeltraining per Mobiltelefon entwickelt

Pauken mit dem Handy

Dipl.-Ing. Thomas Hohmann, Geschäftsführer der PhoneTec GmbH (links), und Mitarbeiter Andreas Pirali präsentieren die Vokabel-App auf einem Smartphone sowie auf einem iPad. Foto: Weisker

Kassel. Fremdsprachen zu beherrschen, ist hilfreich, sie zu erlernen aber oft schwierig. Gerade das Vokabeltraining empfinden viele Schüler als lästige Pflicht. Doch neben Vokabelheft, Karteikarten und Grundwortschatz könnte sich eine weitere Lernmethode etablieren und für einen Motivationsschub sorgen: das Vokabellernen mit dem Handy.

„PT Cards“ heißt das elektronische Lernkartenprogramm, das die Kasseler PhoneTec GmbH jetzt auf den Markt gebracht hat. Erst im März 2010 ist die Firma aus dem Fachgebiet für Kommunikationstechnik der Uni Kassel ausgegründet worden. Die mobile Lernsoftware für das Vokabeltraining fußt auf der Kompetenz im sogenannten „E-Learning“ am Fachgebiet von Prof. Dr.-Ing. Klaus David, das sich seit dem Jahr 2001 intensiv mit den neuen Formen des elektronisch unterstützten Lernens befasst.

Innovativ ist der Ansatz, nicht reguläre Computer, sondern Handys zur Lernunterstützung einzusetzen. „Hiermit haben wir einen viel versprechenden Weg der Vermittlung von Lehrinhalten eingeschlagen“, sagt Prof. David über die Handy-Applikation.

Das Lernen mit der bislang für Deutsch-Englisch verfügbaren Anwendung ähnelt einem Karteikartensystem: auf dem Handy-Bildschirm erscheint eine Vokabel aus einem bestimmten Wortfeld, etwa Gesundheit oder Sport. Hinzu kommt ein Beispielsatz. Berührt man den Bildschirm, erscheint die Übersetzung. Auf Basis eines sogenannten Leitner-Algorithmus werden die Vokabeln immer wieder neu gemischt und abgefragt. Diejenigen, die sicher „sitzen“, wandern wie im Karteikasten nach hinten. Unsichere Vokabeln werden regelmäßig neu aufgerufen.

Lernfortschritt kontrollieren

„Diese Aufgabe übernimmt komplett die Software“, erläutert Thomas Hohmann, der als Geschäftsführer von PhoneTec für die technische Umsetzung verantwortlich ist. Weiterer Vorteil: Das Programm erlaubt durch Zugriff auf die Statistik, um sich ein genaues Bild von den Lernfortschritten zu verschaffen. So lassen sich unter anderem Lerndauer, Anzahl der abgefragten Vokabeln und der Prozentsatz der sicher gewussten Wörter kontrollieren. Das ist nicht nur für die Schüler, sondern auch für Eltern und Lehrer interessant.

Erste Tests der handybasierten Lernsoftware an der Frankfurter Lichtigfeld-Schule waren erfolgreich. „Die Kinder hatten von Anfang an viel mehr Spaß am Lernen“, sagt Christine Skupsch, IT- und Medienbeauftragte der Schule. Die Fünftklässler hätten das Lernen als „cool“ und „zeitgemäß“ empfunden. Aufgrund ihrer höheren Motivation schnitten sie in einem Leistungsvergleich besser ab als eine Parallelklasse, die herkömmlich gelernt hatte. Die Lernsoftware PT Cards steht für unterschiedliche Gerätetypen zur Verfügung, weitere Lerninhalte sind in Vorbereitung. www.phonetec.de

Von Albrecht Weisker

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