An Universität Kassel entwickelter Wasserrucksack wird seit einem Jahr regelmäßig in Krisengebiete geliefert

Paul bald 500 Mal in aller Welt

Franz-Bernd Frechen

Kassel. Paul, der an der Universität Kassel entwickelte Wasserrucksack, feiert in diesem Jahr gleich mehrere Geburtstage:

Vor zehn Jahren begann Prof. Franz-Bernd Frechen, Leiter des Fachgebietes Siedlungswasserwirtschaft, mit der Entwicklung einer mobilen Wasserfilteranlage. Ohne Energie, ohne Chemikalien und ohne geschultes Personal sollte sie auskommen, schwebte dem Ingenieur vor, damit sie auch in entlegenen Krisengebieten zum Einsatz kommen kann. Vor fünf Jahren war der Prototyp von Paul fertig (Portable Aqua Unit for Lifesaving = tragbares Wassergerät zur Lebensrettung). Vor genau einem Jahr am 1. September begann die Verschickung der Wasserrucksäcke im größeren Stil. Mit dem heutigen Stichtag sind 479 der Geräte aus Kassel in den Krisengebieten der Welt im Einsatz.

Aktuell wurden 21 Stück nach Ostafrika geschickt, und versorgen die unter der Dürrekatastrophe leidenden Menschen mit trinkbarem Wasser. Weitere Wasserrucksäcke sollen folgen. Allein 165 Pauls sind in Haiti im Einsatz, 150 in Pakistan.

Der Clou des Geräts ist seine Einfachheit: 1000 Euro kostet einer der Wasserrucksäcke und kann nach Angaben von Prof. Franz-Bernd Frechen mindestens zehn Jahre weitestgehend wartungsfrei eingesetzt werden. Umgerechnet kostet eine Flasche trinkbaren Wassers damit nur einen Bruchteil eines Cents.

1200 Liter pro Tag kann Paul durchschnittlich liefern. Wie genau aus verunreinigtem und verkeimtem Wasser innerhalb weniger Stunden trinkbares Wasser wird, erklären wir auf dem Bild links.

Von Katja Rudolph

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