Black Pants Game Studio veröffentlicht das preisgekrönte „Tiny and Big“

PC-Spiel sucht jetzt Käufer

Zwei Informatiker, zwei Künstler, zwei Preise: Christian Niemand (von links), Tobias Bilgeri, Johannes Spohr und Sebastian Stamm vom Black Pants Game Studio mit den beiden Deutschen Computerspielpreisen, die sie bereits gewonnen haben, vor der Ingenieurschule der Uni Kassel. Foto: Janz

Kassel. Sechs junge Männer haben an der Universität Kassel eine aufregende Zeit. Die Programmierer und Künstler des Black Pants Game Studios veröffentlichen morgen ihr erstes Computerspiel. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer jahrelangen Entwicklung.

Mehrere Jurys, darunter die Richter des Deutschen Computerspielpreises, haben sie mit ihrem Konzept bereits überzeugt. Jetzt muss „Tiny and Big“ – so heißt ihr Spiel – aber auch Käufer finden.

Es erscheint morgen für die Plattformen PC, Mac und Linux zum Herunterladen auf sechs Online-Portalen (zehn Euro) und (etwas teurer) direkt bei Black Pants mit einigen Extras. Außerdem sind die Lieder des Spiels von Independent-Musikern wie William Honda und 3 Body aus Kassel online erhältlich. Ab Ende Juni steht das Spiel in den Regalen der Spielehändler (14 Euro).

Am Tag, bevor Black Pants ihr Spiel für die CD-Produktion abliefern mussten, fanden die Entwickler noch einen Fehler. In einer Nachtaktion haben sie ihn beseitigt. „Wir sind nah am Wahnsinn“, sagt Tobias Bilgeri, der vor einem Jahr als Letzter zum Team gestoßen ist und unabhängig das ebenfalls preisgekrönte Spiel „About Love, Hate and the other ones“ entwickelt hat.

Absurder Humor

In „Tiny and Big“ steuert der Spieler den skurrilen Antihelden Tiny auf der Suche nach seinem Widersacher Big. Der hat das einzige Vermächtnis des Großvaters gestohlen: eine magische Unterhose. Der absurde Humor und die comicartige Grafik sind ebenso innovativ wie die zugrunde liegende Spieltechnik, die die Programmierer von Black Pants seit 2002 selbst entwickelt haben.

Die Uni habe dem Team den Freiraum gegeben, die eigenen Ideen umzusetzen, sagt Bilgeri. Zwar hat die Hochschule keinen Zweig für Spielentwicklung, dafür gibt es die Kooperation zwischen Naturwissenschaften und Kunsthochschule. Wie groß die Unterstützung ist, zeigt das Beispiel Sebastian Stamms: Der 28-Jährige hat für „Tiny and Big“ sein Illustrationsstudium unterbrochen – mit Rückendeckung seines Professors Hendrik Dorgathen. „Dafür bin ich ihm sehr dankbar“, sagt Stamm, der demnächst ins Examen geht.

Groß sei auch die Unterstützung durch Trickfilm-Dozent Prof. Thomas Meyer-Hermann und Prof. Albert Zündorf, der die Forschungsgruppe Software-Engineering leitet. „Er hat uns den Rücken frei gehalten“, sagt Stamm.

Demnächst muss sich Black Pants von der Uni verabschieden und auf eigenen Füßen stehen. Wie es weitergeht, ob das Team in Kassel bleibt oder ein Teil nach Berlin geht, hängt vor allem vom Erfolg von „Tiny and Big“ ab. Der Vorverkauf war vielversprechend, sagt Stamm. Er hofft, dass Black Pants genug Geld verdient, um das nächste Projekt finanzieren zu können. Denn eines wollen die sechs Programmierer und Künstler: die volle Freiheit bei der Spieleentwicklung behalten.

www.tinyandbig.com

Von Marcus Janz

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