Planung für bequemeren Zugang zum Bergpark - MHK will Elektrofahrzeug

Mit Pendelbus zum Schloss

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So könnte das Modell aussehen, das demnächst zum und im Bergpark fährt: Der Microbus der französischen Firma Gruau ist bereits in Florenz und Paris im Einsatz.

Kassel. Der Höhenunterschied zwischen der Endstation der Linie 1 sowie dem Parkplatz Ochsenallee und dem Schloss beträgt 60 Meter. Vorschläge, wie man den überwinden kann, gab es schon viele. Von der Seilbahn bis zur Verlängerung der Straßenbahn fielen sie alle durch.

Jetzt scheinen die Planer eine Lösung gefunden zu haben. Ein sogenannter Microbus mit großen Fensterfronten und Platz für 20 Fahrgästen soll zwischen der Straßenbahn-Haltestelle und Schloss Wilhelmshöhe pendeln. Favorit ist ein französisches Modell, in das man ohne Stufen einsteigen kann. Das geht auch mit dem Rollstuhl.

Der Kleinbus ist fünfeinhalb Meter lang und braucht nur wenig Platz zum Wenden. Mit einem Dieselmotor würde der Bus etwas 100 000 Euro kosten, ein Elektroantrieb wäre 50 000 Euro teurer.

Verbindung zur Löwenburg

„Sinn macht das nur, wenn zwei Busse eingesetzt würden“, sagt Carl Flore vom städtischen Planungsamt. Im Ortsbeirat Bad Wilhelmshöhe hat er die Pläne bereits vorgestellt. Dazu gehört auch eine Verbindung Richtung Löwenburg und zum Kaskadenrestaurant. „Im Vergleich zur heutigen Situation wäre das ein großer Fortschritt“, sagt Ortsvorsteher Martin Engels. Die große Runde durch den Park, die mit der Buslinie 23 bislang angeboten wird, würde dann entfallen. Stattdessen soll es eine Verbindung von der Endstation der Linie 1 über die Baunsbergstraße und die Druseltalstraße zum Herkules geben.

Nach Einschätzung der Planer würde ein Basisangebot zu den Wasserspielen ausreichen. Das könnte bei Sonderveranstaltungen und bei schönem Ausflugswetter erweitert werden. Nach Angaben von Carl Flore hat der Microbus in Frankreich und Italien seine Alltagstauglichkeit bereits bewiesen. Er werde zum Beispiel für Touristen in Florenz, Nizza und Paris eingesetzt.

Prototyp aus Kassel?

Die Pläne liegen jetzt bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Die ist Hausherr im Bergpark. MHK-Chef Dr. Bernd Küster findet die geplante Linienführung hervorragend. Beim Busmodell brauche man aber noch etwas Zeit. „Wir führen Gespräche mit dem Fraunhofer Institut in Kassel und mit der KVG“, sagt Küster. Gemeinsames Ziel sei es, Prototypen mit Elektromotor für den Bergpark zu entwickeln.

Das gelte sowohl für den Bus als auch für einen Zweisitzer, mit dem auch Schwerstbehinderte in den Park fahren könnten. Fahrzeuge für die Gartenpflege sowie Nutzfahrzeuge des KVG-Betriebshofes könnten ebenfalls auf Elektroantrieb umgestellt werden. Bis zum Frühjahr soll klar sein, ob aus diesen Gesprächen etwas wird.

Von Thomas Siemon

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