MHK: In der Aue bleibt er nicht

Penone-Baum: Kommission diskutiert über Ankauf

Bronzebaum mit Granit-Findling: Die Skulptur des italienischen Künstlers Giuseppe Penone wurde schon 2008 auf der Biennale in Sydney gezeigt. Foto:  Koch

Kassel. In die Herzen vieler Kasseler hat es der Bronzebaum von Giuseppe Penone längst geschafft. Das zeigte auch unsere Abstimmung über ein Lieblingskunstwerk. Noch immer ist jedoch nicht klar, ob eine Chance besteht, dass das documenta-Kunstwerk nach der Weltkunst-Ausstellung in Kassel bleibt.

Eines scheint jedoch sicher: Am jetzigen Standort in der Nähe der Gustav-Mahler-Treppe in der Karlsaue kann die Skulptur nicht bleiben. Am 30. August wird die Ankaufkommission aus Stadtverordneten und Fachleuten unter der Leitung von Oberbürgermeister Bertram Hilgen darüber beraten, wie das restliche Budget der Ankaufkommission angelegt wird. Von ursprünglich 385.000 Euro sind nach dem Kauf von bereits drei documenta-Kunstwerken noch 228.000 Euro (128.000 Euro von der Stadt und 100.000 Euro vom Land Hessen) übrig.

Noch nicht verhandelt

Ob dieses Geld reichen würde, das Werk des international bekannten Künstlers Penone anzukaufen, ist fraglich. Die Entscheidung der Ankaufkommission steht noch aus, deshalb ist man noch nicht mit dem Künstler in Verhandlungen eingetreten. Ungewiss ist auch, ob dieser überhaupt einem anderen Standort seines Bronzebaums mit Stein zustimmen würde.

„Wir beteiligen uns gern an einer kreativen Lösung“, sagt Prof. Dr. Bernd Küster, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Am jetzigen Standort könne die Skulptur nach dem Ende der documenta 13 nicht bleiben. „Wir haben die Verpflichtung, die barocke Anlage dauerhaft zu schützen“, sagt Küster. Wenn man beginne, Ausnahmen zuzulassen, sei die historische Karlsaue irgendwann eben nur noch ein Stadtpark mit Skulpturen.

Dem „überaus reizvollen“ Kunstwerk stehe er jedoch positiv gegenüber, sagt Küster, der, wie auch die Leiterin der neuen Galerie, Dr. Dorothee Gerkens, der Ankaufkommission angehört. So werde man auch die mögliche Suche nach einem geeigneten Standort unterstützen. Denn die MHK verfüge auch in den Randbereichen der Aue über einige Liegenschaften. So habe man beispielsweise auf dem MHK-Gelände Regattawiese einen wunderbaren Standort für die Spitzhacke gefunden.

Der Penone-Baum stehe für die Wahrnehmung der documenta 13 bei den Bürgern, bricht Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier eine Lanze für die Skulptur: „Wir würden uns freuen, wenn das Kunstwerk für die Stadt erhalten bleiben könnte.“

Angekauft wurden bereits eine Video-Projektion von Clemens von Wedemeyer im Nordflügel des Hauptbahnhofs, die Vitrinen für die Holzbibliothek von Mark Dion im Ottoneum sowie der „Alter Bahnhof Video Walk“ von Janet Cardiff und George Bures Miller.

Von Martina Heise-Thonicke

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