Appell der Tierrechtsorganisation an Stadt Kassel

Peta-Appell an Stadt Kassel: Wildtiere im Zirkus verbieten

Kassel. Die Tierrechtsorganisation Peta Deutschland hat sich in die Diskussion um ein Wildtier-Verbot in Zirkussen eingeschaltet und wendet sich nun an die Kasseler Stadtverordneten.

In einem Schreiben appelliert sie an die Kasseler Stadtverordneten, sich „nicht von den Drohgebärden der Zirkusvertreter beeindrucken zu lassen und eine Entscheidung im Sinne des Tierwohls sowie der Bevölkerung zu treffen“. Das Thema wird am Dienstag im Rechtsausschuss beraten.

Mit Verweis auf das Unglück mit einem Elefanten im baden-württembergischen Buchen, bei dem im Juni ein 65-Jähriger zu Tode gequetscht worden war, bitte man die Stadt Kassel, sich auch aus Gründen der Gefahrenabwehr für ein Zirkus-Wildtierverbot zu entscheiden, meinte Peter Höffken, der bei Peta Senior Fachreferent Tiere ist.

Bereits 2009 hatte die Stadt Kassel nach einem Bärenausbruch, bei dem ein Polizist verletzt und der Bär erschossen worden war, ein Zirkus-Wildtierverbot auf den Weg gebracht. Doch habe man sich damals leider von den Drohungen der Zirkuslobby beeindrucken lassen und das Vorhaben gekippt, sagte Höffken.

Inzwischen hätten bundesweit knapp 40 Kommunen bestimmte Tierarten im Zirkus von städtischen Flächen verbannt. Der Peta-Sprecher bezeichnete die Drohgebärden der Zirkuslobby als haltlos. Im August 2014 habe das Verwaltungsgericht München die Stadt Erding bestätigt, kommunale Flächen nicht mehr an Zirkusbetriebe zu vermieten, die Wildtiere mitführen. Dies gelte auch für Tiger und Löwen. Deshalb bitte Peta die Stadt Kassel darum, Löwen und Tiger mit auf die Liste der zu verbietenden Wildtierarten zu nehmen. Bisher sind dort nur Affen, Großbären, Elefanten, Nilpferde, Nashörner und Giraffen vorgesehen.

Der Berufsverband der Tierlehrer wiederhole „hochgradig unseriöse Methoden“, kritisierte Höffken. Zur vielfach angeführten Einschränkung der Berufsausübungsfreiheit habe der Bundesrat im November 2011 festgestellt: „Das Verbot der Haltung bestimmter Tiere stellt einen Eingriff in die Berufsfreiheit der betroffenen Personen dar, der aber als geringgradig zu beurteilen ist. ... Die Einschränkung der Berufsausübungsfreiheit wird für verhältnismäßig erachtet.“

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