Tagung Anfang Dezember

Petersburger Dialog in Kassel: Kommt Gorbatschow?

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Michail Gorbatschow

Kassel. Als Schauplatz deutsch-russischer Spitzengespräche wird Kassel vom 4. bis 6. Dezember im Brennpunkt des Medieninteresses stehen: Die documenta-Stadt ist dann Austragungsort des Petersburger Dialoges.  

Dieser wurde 2001 vom damaligen Kanzler Gerhard Schröder und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ins Leben gerufen. Im Kongress-Palais und in Kasseler Hotels stellt man sich auf 400 Tagungsteilnehmer ein. Unter den Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur beider Länder werden mächtige Bosse, Prominente und eventuell sogar ein Friedensnobelpreisträger sein: Michail Gorbatschow, der als Generalsekretär der Sowjetunion die deutsche Wiedervereinigung möglich machte, werde „je nach gesundheitlicher Lage“ nach Kassel kommen, hieß es seitens der Veranstalter. Zurzeit hält sich der 82-jährige Gorbatschow zu einer Kur in Deutschland auf, wäre also prinzipiell in der Nähe.

Erwartet wird auch Russlands Erster stellvertretender Ministerpräsident Wiktor Subkow, der den Lenkungsausschuss des Petersburger Dialoges auf russischer Seite leitet. Neben Gorbatschow gehören zu diesem Gremium unter anderem der stellvertretende Gazprom-Vorstandschef Waleri Golubjew, der Direktor der Eremitage St. Petersburg Prof. Michail Piotrowski, der Chef des russischen Unternehmerverbandes Alexander Schochin, mehrere Spitzenbankiers sowie der russische Sport- und Tourismusminister Witali Mutko.

Auf deutscher Seite dabei sind unter anderem die Ex-Bundesminister Lothar de Maizière (Vorsitzender) und Manfred Stolpe, die Präsidenten Prof. Reimund Neugebauer von der Fraunhofer-Gesellschaft und Prof. Hermann Parzinger von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie Alexander Rahr von der Wintershall Holding, der den Präsidenten der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer berät.

Anders als bei früheren Petersburger Dialogen wird es in Kassel wohl nicht zu deutsch-russischen Konsultationen auf Regierungsebene kommen. Dass sich Russlands Präsident Wladimir Putin und Kanzlerin Angela Merkel am Rande der Veranstaltung zu Gesprächen treffen, sei „sehr unwahrscheinlich, weil ja die neue Bundesregierung noch nicht gebildet ist“, erläuterte Geschäftsführer Martin Hoffmann vom Deutsch-Russischen Forum. Die Veranstalter hätten zwar auf solche Regierungsgespräche „gehofft“, aber angesichts der noch unklaren protokollarischen Situation „wird das wohl diesmal nicht funktionieren“, sagte Hoffmann.

Nach seinen Worten ist Kassel ein geeigneter Austragungsort für die hochrangige Konferenz, da es hier „hervorragende Tagungsbedingungen“ gebe. Auch die organisatorische Unterstützung durch die Stadt lasse keine Wünsche offen.

Von Axel Schwarz

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