Kirchengemeinden Kirchditmold und Paul Gerhardt fusionieren ab Januar

Petrus heißt der neue Fels

Thomas

KIRCHDITMOLD. „Du bist Petrus, und auf diesem Felsen will ich meine Kirche errichten“, soll Jesus von Nazareth zu dem ersten seiner Jünger gesagt haben. Das haben sich die Kasseler evangelischen Kirchengemeinden Kirchditmold und Paul Gerhardt zu Herzen genommen: Sie wachsen demnächst zu etwas Größerem zusammen: Der neue Fels heißt ab 1. Januar 2010 Petrus-Gemeinde. Kirchditmold hat 4050 Mitglieder, Paul Gerhardt 2100. Mit 6150 Mitgliedern ist die Schlagkraft - auch die finanzielle - künftig höher.

Viel ändern wird sich vorerst nicht: Nur auf der Verwaltungsebene des Stadtkirchenkreises soll auf Dauer durch die Zusammenlegungen gespart werden. „Wir wurden zu dem Zusammenschluss nicht gedrängt. Wir verstehen unsere Fusion als gegenseitige Stärkung“, sagt Pfarrer Dr. Thomas Benner (Kirche Kirchditmold). Die künftige Großgemeinde fühle sich so wegen des Sparzwangs besser vorbereitet.

Ein weiterer Grund: Durch den Zusammenschluss könne sich die neue Petrus-Gemeinde noch mehr auf ihre Stärken besinnen: die Kirche Kirchditmold auf ihre sehr gute Arbeit in der Kirchenmusik und Paul Gerhardt auf die ausgezeichnete Kinder- und Jugendarbeit.

Beide Gottes- und Gemeindehäuser bleiben bestehen, ebenso wie die Gottesdienste und die Gemeindegruppen. „Unsere Kirchen sind immer voll“, sagt Benner. Auch die Gemeindehäuser seien wichtige Anlaufstellen für den Stadtteil, der über keine eigenen Bürgerräume verfügt.

Die Paul-Gerhardt-Kirche am Rand des Stadtteils Kirchditmold wird auch von Protestanten der Umgebung besucht. Früher sorgte die Siedlung der Eisenbahner dort für einen regen Zuspruch.

Doch seitdem es diese Struktur im Stadtteil nicht mehr gebe und außerdem viele Andersgläubige rundherum lebten, habe sich die Gemeinde verändert und sich durch die Kinder- und Jugendarbeit neu etabliert, meint dazu Pfarrerin Uta Feußner (Paul-Gerhardt-Gemeinde).

Personelle Konsequenzen sollen ebenfalls keine gezogen werden - wenigstens vorerst. Die Pfarrstellen bleiben: zwei halbe für Paul Gerhardt, eindreiviertel für Kirchditmold.

Es wird auch künftig den Kantor geben und zwei Küsterinnen mit halben Stellen. In der Region sind drei Jugendarbeiter Ansprechpartner für die Gemeinden. Besonders stolz ist die künftige Petrus-Gemeinde auf zusammen genommen 200 ehrenamtliche Mitarbeiter.

Zweieinhalb Jahre hat ein Kooperationsausschuss aus Pfarrern und Kirchenvorstand beider Gemeinden die Fusion vorbereitet. „Wir hatten viel Spaß dabei und sind uns stets mit gegenseitigem Respekt begegnet“, sagt Kirchenvorstandsvorsitzender Rolf Zindel (Paul Gerhardt). Am 12. Januar soll in einer konstituierenden Sitzung ein neuer Vorstandsvorsitzender gewählt werden.

Während sozusagen auf höherer Ebene die Fusion akzeptiert ist, müssen noch viele Mitglieder überzeugt werden. „Es bestehen noch viele Fragen“, sagt Feußner. Aber auch Benner weiß, dass die Gemeinden ein längeres Gedächtnis haben - und die wahre Verschmelzung sich über Jahre hinziehen kann.

DAS SAGT

Am Freitag, 1. Januar, ab 17 Uhr findet in der Paul-Gerhardt- Kirche anlässlich der Fusion ein gemeinsamer Gottesdienst mit Empfang im Gemeindehaus statt.

Von Beate Eder

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