Pfeffermann: Es ging wieder um Türen

Rainer Pfeffermann

Kassel. Beim 19. Verhandlungstag gegen den früheren SPD-Bundestagskandidaten Rainer Pfeffermann ging es gestern vor der Fünften Strafkammer des Kasseler Landgerichts erneut um die Türen des Kriminologischen Instituts der Uni Göttingen. Dort arbeitet die 40-jährige Nebenklägerin, die behauptet, von Pfeffermann sexuell genötigt worden zu sein. Wegen sexueller Nötigung zweier Frauen muss sich der 44-Jährige bereits seit August 2010 auf der Anklagebank verantworten.

Doch auch der zweite Professor des Kriminologischen Instituts, der Vorgesetzte der Nebenklägerin, konnte nichts dazu sagen, ob die Türen an dem Gebäude des Instituts für jeden offen sind oder ob man vorher klingeln muss. Er selbst sei nur einmal in dem Gebäude gewesen, sagte der Jurist, weil er selbst sein Büro in einem anderen Haus habe.

Gespräch mitgehört

Hintergrund dieser Zeugenaussage: Helmut Sohl, der SPD-Ortsvereinsvorsitzende aus Fuldabrück, hatte im Pfeffermann-Prozess ausgesagt, ein Telefongespräch an der Arbeitsstätte der 40-jährigen Nebenklägerin zufällig mitgehört zu haben. In diesem Gespräch zwischen Pfeffermann und der Frau - der Lautsprecher der Telefonanlage sei angestellt gewesen - habe dieser alle Vorwürfe eingeräumt. Sohl hatte erklärt, in das Institut und vor das Büro der Frau gelangt zu sein, ohne zu klingeln.

Das Verfahren wird am 1. Februar, 14.30 Uhr, fortgesetzt. Dann dürfte es interessanter werden. Der Göttinger Neurologe und Psychiater Dr. Georg Stolpmann wird ein psychiatrisches Gutachten über die 40-jährige Nebenklägerin vortragen. (use) Foto:  dpa

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