In Kasseler Labor bislang 89 Fertiggerichte untersucht - zwölf wurden positiv getestet

Pferd auch von „Eismann“

Kassel. Auch in der „Lasagne Bolognese“ der Firma Eismann ist Pferdefleisch entdeckt worden. Das haben die Mitarbeiter des Hessischen Landeslabors in Kassel bei weiteren DNA-Analysen herausgefunden.

Bis zum Mittwoch sind in dem Landesbetrieb an der Druseltalstraße insgesamt 140 Proben aus hessischen Zentrallagern und Großhandelsbetrieben eingegangen. Bislang seien per DNA-Test insgesamt 89 Proben auf Anteile von Pferdefleisch abschließend untersucht worden, sagt Thorsten Neels, Pressesprecher im Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Zu den bereits am Montag bekanntgegebenen fünf positiven Befunden sind jetzt noch einmal sieben weitere hinzu gekommen. Davon sei bei einer Probe der Nachweis an DNA erneut so gering ausgefallen, dass in diesem Fall von einer Verunreinigung im Herstellungsprozess ausgegangen werden könne. Die zuständige Überwachungsbehörde sei informiert und es würden Nachproben von diesem Fertiggericht angefordert.

Neue Sprüche zum Pferdefleisch-Skandal

Bei den sechs weiteren positiven Proben handele es sich um jeweils das gleiche Produkt aus einem Lager: Sechs Portionen der „Lasagne Bolognese“ von Eismann wurden positiv auf Pferdefleisch getestet. Am Montag hatte das Labor bereits bekannt gegeben, dass Pferdefleisch in den folgenden Produkten gefunden worden war: „Lasagne Bolognese Capri 400g“ von Metro, „Rewe Chili con Carne 350g“ von Rewe, „Gut & Günstig Lasagne Bolognese“ von Edeka sowie „Gusto Tortelloni Rindfleisch“ von Lidl. Alle betroffenen Produkte seien bereits aus dem Sortiment genommen worden.

Anteil ist sehr gering

Die Proben, in denen Pferdefleischanteile gefunden wurden, werden nun auf das Schmerzmittel Phenylbutazon untersucht. Der Einsatz von Phenylbutazon ist bei Tieren, die der Fleischgewinnung dienen, verboten. Ziel dieser Untersuchung sei es, mögliche gesundheitliche Gefahren für die Konsumenten ausschließen zu können, sagt der Ministeriumssprecher.

Voraussetzung für diese weiteren Untersuchungen sei aber, dass genügend Probematerial zur Verfügung stehe. „Der Fleischanteil in den meisten Fertiggerichten ist wesentlich geringer als man denkt “, sagt Günter Frohmuth, Chef der Abteilung Lebensmittel im Landeslabor. Bei 400-Gramm-Packungen seien das oft nur 30 bis 40 Gramm, zum Teil liegen der Fleischanteil gar nur bei fünf Prozent.

In dem Kasseler Labor wird das Fleisch aus den Fertiggerichten zuerst separiert, bevor in einem aufwändigen Verfahren die DNA-Analyse gemacht wird. Nach Angaben des Biologen Ralf Reiting dauert es bis zu drei Tage, bis das Ergebnis einer Analyse vorliegt. Je nach Aufwand koste solch eine Analyse zwischen 150 und 300 Euro. Die werden dem Hersteller jetzt aber nur in Rechnung gestellt, wenn wirklich Pferdefleisch in Gerichten nachgewiesen wird, die eigentlich Rindfleisch enthalten sollten.

Mit den restlichen Ergebnissen ist laut Ministerium in den nächsten Tagen zu rechnen. (use)

Fotos: Hessisches Landeslabor untersucht Fertiggerichte

Hessisches Landeslabor untersucht Fertiggerichte

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