Nach Irrfahrt führerloser Hochzeitskutsche: "Haflinger gelten als nervenstark"

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Erheblich beschädigt: Unter anderem die Hochzeitskutsche wurde bei dem Unfall in Mitleidenschaft gezogen.

Kassel. Dramatische Szenen am Freitagabend in Kassel: Zwei Pferde eines Hochzeitgespannes scheuten vor einer vorbeifahrenden Straßenbahn und gingen durch. Experten bescheinigen den eingesetzten Haflinger-Pferden jedoch eine gute Nervenstärke.

Aktualisiert um 21.00 Uhr

Nachdem ein führerloses Gespann in Kassel für Aufregung im Straßenverkehr gesorgt hat, stellen sich manche nun die Frage: Wie steht es um die eingesetzten Haflinger-Pferde? Es handelt sich dabei um Gebirgspferde, die heute vor allem als Freizeitpferde eingesetzt werden. Die Tiere gelten als sehr robust, als leistungsbereit, gutmütig und nervenstark. Sie gelten daher als besonders geeignet für Anfänger. Im Freizeitbereich werden Haflinger häufig für Kutsch- und Schlittenfahrten eingesetzt. Sie dienen heute aber auch noch als Tragtiere, die entlegene Almhütten versorgen.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder schwere Unfälle mit durchgegangenen Kutschpferden. Im Januar 2011 kippte beispielsweise im Allgäu eine Kutsche um, als die Tiere scheuten. Dabei wurden acht Menschen verletzt. Im November stürzte in der der Nähe von Düren ein zweijähriges Mädchen von einer Kutsche, als die Pferde durchgingen.

Unfall auf dem Weg zur Trauung

Dass bei der Irrfahrt in dem Kasseler Fall nur ein Schaden von 8000 Euro an mehreren Fahrzeugen entstand, bewertete die Polizei als indes glückliche Fügung. Zum Unfallhergang: Ein 58-jähriger Kutscher aus Frankenau war laut Polizei gegen 19 Uhr mit seinem Gespann auf dem Weg zum Kasseler Rathaus, um dort ein Brautpaar nach der Trauung aufzunehmen.

Pferde scheuten vor Straßenbahn: Hochzeitsgespann raste führerlos durch Kassel

In Höhe der Kreuzung "Trompete" wurden die beiden Pferde dann plötzlich durch eine vorbeifahrende Straßenbahn erschreckt und gingen durch. Der Kutscher fiel vom Kutschbock, wurde aber glücklicherweise nicht verletzt. Auch die 51-jährige Tierführerin, welche die Haflinger-Pferde zusätzlich am Zügel führte, konnte die Tiere nicht mehr halten. Die Kutsche raste dann führerlos weiter auf der Frankfurter Straße in Richtung Auestadion. Die Polizei setzte mehrere Fahrzeuge ein, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Glücklicherweise kam das Gespann dann jedoch nach etwa 500 Metern wieder in Höhe der Tischbeinstraße zum Stehen.

Zuvor war das komplette Gespann über die Straßenbahnschienen in den Gegenverkehr geraten. Mehrere Verkehrsteilnehmer hatten durch Ausweichmanöver Zusammenstöße mit der Kutsche vermeiden können. Lediglich ein Fahrzeug stieß beim Ausweichmanöver gegen ein anderes Autos. Auch in diesen beiden Fahrzeugen wurden keine Personen verletzt. Insgesamt entstand Schaden von 8000 EUR an den beiden Autos sowie der Kutsche.

Das wartende Brautpaar musste in Folge der Ereignisse auf die romantische Fahrt verzichten und die Flitterwochen zunächst zu Fuß antreten. (rpp/ket)

Anmerkung der Redaktion: Bei dem Kutschunternehmen handelt es sich nicht um den Pferdehof Kellerwald.

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