„Der Bart ist unser Make-up“

Bartpflege: Zum Rasieren, Trimmen, Schneiden im neuen Barber-Shop in Kassel

Kassel. Lange bevor es die Friseure gab, legten die Barbiere Hand am Haar an. Seit dem Mittelalter waren sie aber ausschließlich für die Pflege der männlichen Behaarung zuständig.

Seitdem der Bart bei jungen Männern ein im wahrsten Sinne des Wortes wachsender Trend ist, erlebt der Beruf eine Renaissance. Wir besuchten „Raby’s Barber Shop“, der in dieser Woche an der Wilhelmsstraße (Ständeplatz 15) eröffnet hat.

HNA-Kollege Andreas Berger (38) ist seit 20 Jahren Bartträger, seit zwei Jahren trägt er ihn länger. In den Händen von Claudio Zerrouki, dem 23-jährigen Geschäftsführer von „Raby’s Barber Shop“, ließ er den Wildwuchs in Form bringen.

Kein Ausbildungsberuf

Zerrouki ist gelernter Friseur, denn Barbier ist kein Ausbildungsberuf. Sein Handwerk hat er bei Raby Oweid gelernt, dem Inhaber des Geschäfts, der auch eine Filiale in Marburg führt. Unserem HNA-Kollegen verpasst Zerrouki die „optimale Kastenform“, wie er sagt. Denn der Bart sei aus der Form geraten. Prototypisch müsse dieser im Profil eine „L“-Form ergeben.

Zerrouki arbeitet vor allem mit dem Messer, nur für den Vorschnitt verwendet er einen elektrischen Barttrimmer. An die Messerrasur trauten sich die meisten Männer selbst nicht ran – der Profi führt gekonnt die Klinge über Bergers Kehle. „Bart ist unser Make-up und ein schöner Bart braucht Pflege“, sagt Zerrouki.

Die Pflege: Puder, Aftershave und Pflegeöl gibt es für den Bart.

So fällt das anschließende Pflegeprogramm für Bergers Gesichtsbewuchs auch üppig aus: Zunächst wird ein Puder gegen Hautausschlag aufgetragen, es folgen ein kühlendes Aftershave auf Mentholbasis und eine Gesichtsmassage, bei der ein Bartöl aufgetragen wird: „Bartrenalin“ heißt das Produkt, das der Barber Shop selbst im Labor herstellt. „Du darfst das Bartöl nicht draufklatschen, sondern musst es gut einmassieren“, empfiehlt Zerrouki.

Zum Schluss wird Bergers Bart geföhnt und die letzten abstehenden Haare werden mit einer Schere gekürzt – Zerrouki lässt diese zwischendurch immer wieder wie ein Colt um seinen Finger kreisen.

Eine Bartpflege dieser Art kostet acht Euro. Berger ist zufrieden und Zerrouki ist von dessen Bart angetan: „Ein Mega-Bart“, sagt der Experte. Die braun-graue Färbung sei etwas Besonderes.

Zerrouki ist absoluter Bart-Fan. Er ist sich sicher: „Wenn andere es nicht lustig fänden, würden Frauen auch Bart tragen wollen.“ Tätsächlich hätten diese aber irgendwann den Barbieren die Jobs weggenommen, scherzt er. Das war die Geburtsstunde der Frisöse – Pardon, der Friseurin. Anders als in vielen Barber Shops werden bei „Raby’s“ Frauen bedient. Denn auch Haarschnitte werden angeboten.

Rubriklistenbild: © Ludwig

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