Erste Heime und ambulante Dienste erhöhen Preise

Pflege ist für viele zu teuer geworden - Dienste erhöhen Preise

Kassel. Eigentlich soll sich mit der Pflegereform die finanzielle Situation von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen ab 2013 verbessern. Nun erhöhen die ersten Kasseler Seniorenheime und ambulanten Dienste wegen des Kostendrucks ihre Preise.

Damit verpufft nach Ansicht des Kasseler Sozialamtes ein Teil der versprochenen Entlastung.

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Die Lage in der Pflege spitzt sich zu: In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Kasseler, die Leistungen aus der Pflegeversicherung bekommen, um 25 Prozent auf etwa 8000 Menschen geklettert. Gleichzeitig musste das Sozialamt immer häufiger einspringen, weil sich Angehörige und Pflegebedürftige ihren Anteil an den Kosten nicht mehr leisten konnten. Für 1540 Menschen zahlt die Stadt Kassel die sogenannte Hilfe zur Pflege, wodurch die Stadtkasse 2010 mit 8,1 Mio. Euro belastet wurde.

Während die Pflegereform, die vor allem mehr Geld für die Betreuung Demenzkranker verspricht, noch nicht beschlossen ist, tut sich eine neue Lücke auf. Die gemeinnützigen Pflegedienste in Hessen haben zum Januar ihre Preise zwischen 3 und 3,5 Prozent erhöht. Die privaten Dienste verhandeln mit der Pflegekasse derzeit über eine Erhöhung von 2,3 Prozent. Von den 23 Heimen in der Stadt haben neun ihre Entgelte zum Januar um 1,75 Prozent angehoben – das Sozialamt erwartet, dass weitere folgen. (bal)

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