1700 Teilnehmer bei Fortbildung der B.Braun-Stiftung

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Große Resonanz: Etwa 1700 Pflegende hörten in der Kasseler Stadthalle Vorträge zu Berufs- und Gesundheitspolitik sowie zu Fachthemen bei der 34. Fortbildung für Pflegende, zu der die B. Braun-Stiftung am Freitag eingeladen hatte.

Kassel. Riccarda Königer liebt ihren Beruf: „Man kann viel geben, und man bekommt viel zurück“, sagt die Pflegepädagogin und Altenpflegerin aus Göppingen. Sie ist eine von 1700 Pflegenden, die am Freitag an der 34. Fortbildung der B. Braun-Stiftung im Kasseler Kongress Palais teilnehmen.

„Die Anforderungen, Leistungen und Qualifikationen des Berufs sind in der Öffentlichkeit kaum bekannt“, sagt die 34-Jährige. Man habe kein Image und keine Lobby.

Dabei sind vor allem in Ballungsräumen Pflegekräfte sehr gefragt. Insbesondere, wenn sie in Operationssälen, auf Intensivstationen und in der Anästhesie arbeiten. Besonders qualifiziertes Personal werben sich Krankenhäuser untereinander ab, zahlen sogar Prämien. Nach den Angaben von Prof. Michael Ungethüm, Vorstandsvorsitzender der B. Braun-Stiftung, fehlt es einer Umfrage zufolge in vier Fünftel der Fälle an qualifiziertem Personal auf Intensivstationen. In ländlichen Gebieten dagegen kann man laut Peter Jacobs, Pflegedirektor am Klinikum der Universität München, derzeit nicht von einem Mangel an Pflegenden sprechen. Die Situation wird sich aber auch dort noch verschärfen: Bis zum Jahr 2050 werden laut Jacobs in Deutschland 150 000 bis 200 000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt, derzeit arbeiten in Deutschland etwa 1,2 Millionen in diesem Bereich.

Mit der Fortbildung will die B. Braun-Stiftung den Pflegenden vor allem Wertschätzung entgegenbringen. „Für Pflegende ist es die einzige Fachveranstaltung, bei der sie sich weiterbilden und Netzwerke knüpfen können“, sagt Uta Meurer, Geschäftsführerin der Stiftung. Mit der Fortbildung wolle man die vielen Facetten der Pflege pointiert abbilden und neue Wege aufzeigen. In puncto Weiterbildung hapert es Jacobs zufolge vor allem daran, dass sich Qualifikation und Weiterbildung in Pflegeberufen finanziell im Gegensatz zu anderen Berufen kaum niederschlügen. „Qualifikation muss sich auszahlen“, fordert er deshalb. 36 000 bis 40 000 Euro brutto verdienen Pflegekräfte durchschnittlich im Jahr. Regional unterschiedliche Lebenshaltungskosten schlagen sich in den Tarifen nicht nieder. Generell sei bei jungen Menschen hohes Interesse an sozialen Berufen vorhanden.

Bei Riccarda Königer, der Pflegepädagogin aus Göppingen, kam die Mischung aus Berufs- und Gesundheitspolitik sowie Fachthemen während der Fortbildung gut an. Dazu gehörte beispielsweise auch ein Kommunikationstipp für ein professionelles und souveränes Handeln sowie Tipps, wie man einfach mit schwierigen Patienten umgeht. (mkx)

Von Mirko Konrad

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