Neues Projekt auf Crowdfunding-Seite: Telefon und Tablet in einem

Ein „Phablet“ fürs Volk

Tablet und Telefon in einem: Der Designer und Erfinder Carsten Waldeck wirbt auf der Crowdfunding-Seite der Uni Kassel um Unterstützung für die Produktion seines Mobilgeräts „Shift 7“. Foto: privat

Kassel / Wabern. Ein neues Projekt auf der Crowdfunding-Seite der Uni Kassel hat eingeschlagen wie eine Bombe: Der nordhessische Designer und Erfinder Carsten Waldeck möchte ein neues Mobilgerät in Hosentaschengröße auf den Markt bringen, das die Vorteile von Smartphone und Tablet-PC verbindet. Auf der kürzlich eingeführten Projektfinanzierungs-Plattform der Uni hat er innerhalb von zwei Wochen schon über 18 000 Euro für sein Vorhaben gesammelt.

Insgesamt braucht der 43-Jährige aus dem Waberner Ortsteil Falkenberg (Schwalm-Eder-Kreis) 77 000 Euro, um seine Idee in die Tat umzusetzen. Dann könnte sein „Phablet“ (Verschmelzung von Phone und Tablet) schon bald für 200 bis 300 Euro zu haben sein. „Ein gutes Gerät kann man auch zu erschwinglichen Preisen herstellen, wenn man damit nicht Milliarden horten will“, sagt Waldeck. Weil ihm wichtig ist, dass sich möglichst viele Menschen seine Entwicklung leisten können, spricht er auch vom „Volks-Phablet“.

Warum überhaupt die Fusion von Telefon und Tablet-Computer? „Tablets sind oft unhandlich und passen nicht mehr in die Hosentasche. Smartphones hingegen eignen sich meist nicht zum ausgiebigen Surfen im Internet, für Spiele oder um einen Film in guter Qualität zu schauen“, sagt Waldeck. All das soll sein Gerät bieten. Außerdem soll es problemlos erweiterbar sein, was die Speicherkapazität angeht, und auch leicht zu reparieren.

Trotz des vergleichsweise geringen Verkaufspreises legt der Jungunternehmer Wert darauf, dass seine Entwicklung mit dem Namen „Shift7“ (wegen des sieben Zoll großen Bildschirms) fair produziert wird. Die Fertigung solle zwar in China stattfinden, „aber wir achten sehr darauf, dass die Arbeiter nicht ausgebeutet werden“, sagt Waldeck. „Ich werde selbst mitarbeiten in China.“ Firmensitz und Vertrieb sind aber in der Region.

Wenn sein Projekt weiter so viele Unterstützer findet, dürfte die Vision des Nordhessen wahr werden. Mit Crowdfunding hat Waldeck 2012 schon eine seiner Ideen realisiert: den „icrane“, ein günstiger und leicht zu handhabender Kamerakran. 100 000 Euro - fünfmal mehr als geplant - warb er damals auf der Plattform „Startnext“ ein. Inzwischen sind laut Waldeck mehrere Tausend der Kamerakräne verkauft, auf deren beweglichem Stativ man mit Film- und Spiegelreflexkamera, aber auch Smartphone und Tablet Aufnahmen machen kann. Und vielleicht bald auch mit dem Phablet.

Mehr zum Projekt unter www.unikat-crowdfunding.de

Von Katja Rudolph

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