Kantorin im Weihnachts-Einsatz

+
Hat viel zu tun in der Adventszeit: Für Bezirkskantorin Christine Spuck (rechts) ist die Probe des Krippenspiels mit den Kindern der Gemeinde der Zionskirche für den Weihnachts-Gottesdienst nur eine von vielen Aufgaben vor dem Fest. 

Überall beginnen die Vorbereitungen auf Weihnachten. Mit unserer Adventsserie werfen wir einen Blick in die Stadtteile und bilden das Leben in der Vorweihnachtszeit dort ab.

Philippinenhof/Warteberg – Der kleine Engel steht hoch oben auf der Leiter – zu seinen Füßen die staunenden Hirten – und schmettert ihnen das „Fürchtet euch nicht“ aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium entgegen. Bis der Engel – und mit ihm einige der Hirten – kichern muss und Kantorin Christine Spuck die Kinder um mehr Aufmerksamkeit bittet. In den Wochen vor Weihnachten geht es hoch her in der Zionskirche im Stadtteil Philippinenhof/Warteberg. Es wird gesungen, gespielt, geprobt – alles für die für viele Menschen schönste Zeit im Jahr, für das Weihnachtsfest.

„Es ist eine tolle Arbeit und eine tolle Zeit“

Für Kantorin Christine Spuck, die für das Bezirkskantorat Kassel-Nord verantwortlich zeichnet, ist die Adventszeit eine sehr arbeitsintensive Phase. Sie studiert mit den Kindern der Zionsgemeinde das Krippenspiel ein, probt mit der Kantorei der Gemeinde und muss ihre eigenen Auftritte an der Orgel vorbereiten. Doch das stört die 50-Jährige nicht. „Es ist eine tolle Arbeit und eine tolle Zeit“, sagt sie.

Mit der Planung des Krippenspiels hat Spuck schon vor den Herbstferien begonnen. Die Texte hat sie selbst geschrieben. Inzwischen probt sie einmal wöchentlich mit der 15-köpfigen Gruppe von Kindern im Alter zwischen fünf und zehn Jahren.

Dabei geht es immer sehr lebhaft und locker zu. Besonders wichtig ist es Spuck, dass alle Kinder beteiligt werden, jeder ein Solo bekommt. „Dabei ist es unwichtig, wie der Einzelne singt. Die Hauptsache ist, dass er es tut.“

„Es ist schön, zu sehen, wie sie sich im Laufe der Jahre entwickeln“

Für die Kinder sei das eine tolle Chance sich auszuprobieren und einzubringen, sagt die gebürtige Marburgerin, die in Kassel aufgewachsen ist. „Es ist schön, zu sehen, wie sie sich im Laufe der Jahre entwickeln. Manche trauen sich zunächst gar nicht, und plötzlich treten sie ganz selbstbewusst und mutig auf. Es ist schon etwas Besonderes, alleine vor 300 bis 400 Menschen zu singen“, so die Kirchenmusikerin, die seit 2006 Bezirkskantorin ist.

Die größte Herausforderung? „Dass alle rechtzeitig ihren Text können.“ Aber am Ende habe das bislang immer geklappt. Spuck freut sich besonders über die Unterstützung der Eltern, die mit den Kindern daheim die Texte üben und bei der Gestaltung von Kostümen und Kulisse mitwirken. Auch drei Konfirmanden helfen als Praktikanten bei den Vorbereitungen und Proben.

Neben dem Krippenspiel muss für das Konzert der 40-köpfigen Kantorei Zion kurz nach Weihnachten geprobt werden. Zudem ist der Chor auch in die Weihnachtsgottesdienste in der Zionskirche eingebunden. Überdies begleitet Spuck die beiden Weihnachtsgottesdienste in der Zionskirche um 15.30 Uhr und 17.30 Uhr an Heiligabend. Erst danach kann sie mit ihrer eigenen Familie Weihnachten feiern. Aber nicht allzu lang, denn am ersten Weihnachtstag muss sie fit sein. Dann begleitet sie den 10-Uhr-Gottesdienst in der Adventskirche in Wehlheiden musikalisch. Und der wird live im Radio (hr4) übertragen.

Die Adventszeit, sagt Spuck, sei eine wunderbare Zeit „mit tollen Begegnungen, tollen Konzerten, trotz der Nervosität und des Stresses“. Es sei eine Zeit, die zur Einstimmung auf das Weihnachtsfest unglaublich wichtig sei. „Da ist die Spannung ganz groß.“ Besonders bei den Kindern. Sie fiebern ihrem Auftritt schon jetzt entgegen. Ernst wird es für sie dann schon einige Tage vor Weihnachten. Am 20. Dezember, 15.30 Uhr, findet eine öffentliche Generalprobe des Krippenspiels in der Zionskirche statt.

VON NICOLE SCHIPPERS

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.