Drei Listen stellen sich zur Wahl

Ortsbeiratswahl in Philippinenhof: Wir stellen die Kandidaten, Listen und Themen vor

Die Punkthäuser der GWG prägen das Bild des Stadtteils Philippinenhof-Warteberg. Sie wurden in den 1970er-Jahren errichtet. Archivfoto: Jochen Herzog
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Die Punkthäuser der GWG prägen das Bild des Stadtteils Philippinenhof-Warteberg. Sie wurden in den 1970er-Jahren errichtet. Archivfoto: Jochen Herzog

Bei den Kommunalwahlen am 14. März entscheiden die Wähler auch über die neue Zusammensetzung der Ortsbeiräte. Wir stellen Kandidaten und Themen in den Kasseler Stadtteilen vor. Diesmal: Philippinenhof-Warteberg.

Philippinenhof-Warteberg – Gerade einmal 1,19 Quadratkilometer misst Philippinenhof-Warteberg – das entspricht etwa der dreifachen Größe der Münchner Theresienwiese – und ist damit flächenmäßig der kleinste Stadtteil Kassels. 1778 wurde er als eine von elf Kolonien von Landgraf von Hessen-Cassel Friedrich II (1720 bis 1785) gegründet. Einen Wachstumsschub brachte die Wohnungsnot zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Heute ist das Quartier im Norden Kassels ein beliebtes Wohngebiet.

CDU

„Ein großes Anliegen ist mir, die Schule Am Warteberg wieder auf Vordermann zu bringen“, sagt Maximilian Bathon. Der 30-Jährige, der seit fünf Jahren stellvertretender Ortsvorsteher ist, tritt als Spitzenkandidat für die CDU an und steht Pate für das Vorhaben, das marode Gelände in Ordnung zu bringen.

Außerdem will sich Bathon für eine bessere Anbindung des Philippinenhofs an den Öffentlichen Nahverkehr und das Radwegenetz einsetzen. „Ein weiteres großes Thema ist die Einbindung der Jugendlichen im Stadtteil, besonders mit Blick auf die Integration“, sagt Bathon. Auch die muslimische Kindertagesstätte Sonnenschein an der Grenze zum Stadtteil will Bathon in diesem Zusammenhang mit an den Runden Tisch nehmen.

Grüne

Torben Schmitt hat sich als Spitzenkandidat der Grünen natürlich den Klimaschutz auf die Fahne geschrieben. „Wir haben im Stadtteil sehr viele unsanierte Wohngebäude. Viele von ihnen wären leicht zu ertüchtigen“, sagt der 46-Jährige. Der Gebäudeenergieberater würde gerne eine kostenlose Beratung für Hausbesitzer einführen.

Mit Sorge sieht Schmitt die Abwanderung des Einzelhandels im Stadtteil. „Wir haben noch einen kleinen Nahversorger, einen Friseur, Kiosk und einen Bäcker, aber es gibt keine Apotheke und keine Gastronomie mehr.“ Schmitt würde gerne versuchen, wieder den einen oder anderen Händler anzusiedeln. Zudem möchte er den Stadtteil kulturell weiterentwickeln. Dazu will er für die Zeit nach Corona eine ganzstädtische Veranstaltung etablieren, um auch Menschen aus anderen Stadtteilen in den Philippinenhof zu locken. Seine Idee: ein Seifenkistenrennen den Warteberg hinunter.

SPD

Für den seit zehn Jahren amtierenden Ortsvorsteher Stefan Markl steht ganz oben auf der Agenda, das Stadtteil-Entwicklungskonzept voranzutreiben. „Wir wollen mehr Lebensqualität ins Zentrum von Philippinenhof-Warteberg bringen“, sagt der SPD-Spitzenkandidat. Einen weiteren Fokus legt der 55-Jährige auf die Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil, etwa bei der Umgestaltung des Geländes der Schule Am Warteberg.

Ein großes Thema für den Stadtteil sei zudem die umstrittene Güterzugtrasse Kurve Kassel. Der Neubau einer Verbindungskurve für den Güterverkehr nördlich von Kassel zwischen den Eisenbahnstrecken Warburg – Kassel und Kassel – Hann.Münden könnte die Einwohner des Stadtteils betreffen. „Hier wird das Richtige gerade falsch gemacht“, sagt er vor dem Hintergrund der Planungen der Deutschen Bahn.

(Nicole Schippers)

Stadtteilkarte Philippinenhof-Warteberg

Die Kandidaten

Mit 18 in den Beirat

Maximilian Bathon, CDU

Maximilian Bathon (30) ist in Philippinenhof-Warteberg geboren und aufgewachsen und lebt nun mit seiner Frau dort. Er arbeitet als Teamleiter bei der Barmer Krankenversicherung. Bathon ist seit acht Jahren CDU-Mitglied, im Alter von 18 Jahren trat er in den Ortsbeirat ein. Seit fünf Jahren ist er stellvertretender Ortsvorsteher.

Der Neueinsteiger

Torben Schmitt, Grüne

Torben Schmitt (46) ist in Fulda geboren. Er studierte Architektur und arbeitet als Gebäudeenergieberater bei der Kasseler Klima und Energieeffizienz Agentur. Der Vater einer Tochter lebt seit elf Jahren am Warteberg. Seit 2011 ist er Parteimitglied und war vier Jahre im Vorstand des Kasseler Kreisverbandes der Grünen.

Zehn Jahre im Amt

Stefan Markl, SPD

Stefan Markl (55) ist Bauingenieur und arbeitet beim Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen. Seit 33 Jahren ist er Mitglied in der SPD, seit zehn Jahren Ortsvorsteher in seinem Heimatstadtteil, in dem er mit Unterbrechung seit 1973 lebt. Markl ist verheiratet und hat eine Tochter.

Die Listen

CDU (Liste 1):

  • Maximilian Bathon, Sozialversicherungsfachangestellter, Jahrgang 1991
  • Martina Barkanowitz, Industriekauffrau, Jahrgang 1963
  • Irene Schmidt, Verwaltungsfachangestellte, Jahrgang 1945
  • Anton Kroschewski, Bautechniker, Jahrgang 1954
  • Franz-Joseph Tschöpe, Maschinenbauingenieur, Jahrgang 1940
  • Erika Stremetzne, Steuerfachangestellte, Jahrgang 1942
  • Rudolf Mannsbarth, Kaufmännischer Angestellter, Jahrgang 1945

Grüne (Liste 2):

  • Torben Schmitt, Architekt, Jahrgang 1975
  • Ruthild Kindler, Ökotrophologin, Jahrgang 1955
  • Matthias Baumgart, Einzelhändler, Jahrgang 1981

SPD (Liste 3):

  • Stefan Markl, Bauingenieur, Jahrgang 1965
  • Nuria Perez Rivas, Studierende, Jahrgang 2001
  • Jutta Heller, Lehrerin, Jahrgang 1955
  • Irmgard Schmandt, Lehrerin, Jahrgang 1959
  • Gisela Bähr, Rentnerin, Jahrgang 1937
  • Julia Warga, Studentin, Jahrgang 1994

Philippinenhof in Zahlen

  • Einwohner: 4189
  • Einwohner mit Migrationshintergrund: 21,7 %
  • Durchschnittsalter: 44,1
  • Differenz der Zu- und Fortzüge: -69
  • Haushalte: 1974
  • Personen je Haushalt: 2,12
  • Alleinerziehende: 22,6 %
  • Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 1507
  • Arbeitslosenquote: 9,6 %
  • Leistungsempfänger: 17,0 %
  • Private Autos je 1000 Einwohner: 430,4

Quelle: Statistik-Atlas der Stadt Kassel

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