Nordhessische Jung-Forscher bereiten sich auf einen internationalen Wettkampf vor

Die Physik-WM im Visier

Treten am Wochenende zur Meisterschaft an: Robin Ole Heinemann (von links), Arne Hensel, Julius Hege, Anselm von Wangenheim, Nick Vogeley, Birk Magnussen und Stephan Reitz. Foto: Hofmann / nh

Kassel. „So, das ist in Grundzügen die Theorie“, schließt Birk Magnussen seinen Vortrag: „Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.“ Souverän wie ein Hochschuldozent hat der 13-Jährige seine zwölfminütige Präsentation über Hologramme vorgetragen. In fließendem Englisch: „This is the basic theory. Thank you for your attention.“ Jetzt kommt der kniffelige Part: kritische Fachfragen der Jury, die Birk ebenfalls auf Englisch beantworten muss.

Kaum waren die Hessensieger von „Jugend forscht“ mit ihren Preisen nach Kassel zurückgekehrt (HNA berichtete), da blicken die Jung-Forscher im Schülerforschungszentrum Nordhessen (SFN) schon wieder dem nächsten großen Wettbewerb entgegen. Am Wochenende finden in Kassel zum ersten Mal die deutsche Ausscheidung zur Physik-Weltmeisterschaft (IYPT) und die Nominierungen für einen Platz im Physik-Nationalteam (GYPT) statt. 48 Wettkampfteilnehmer aus der gesamten Republik kommen dann ins SFN, acht davon sind nordhessische Eigengewächse. Die klugen Köpfe aus dem SFN - darunter die frisch gebackenen Jugend-forscht-Sieger Arne Hensel und Anselm von Wangenheim - stellen sich in einer Generalprobe realistischen Wettkampfbedingungen.

„Ich gehe entspannt in den Wettbewerb.“

Nick Vogeley (18)

Strengster Kritiker in der Jury ist Klaus-Peter Haupt, SFN-Leiter, -Initiator und die Seele des Instituts. Er gibt Tipps, wie die Vorträge der Schüler auf Hochglanz poliert werden können. Gleichzeitig zollt er seinen Schützlingen großen Respekt. Über Robin Heinemanns Präsentation über die Drehung von Seilen sagt er begeistert: „Dahinter steckt eine messtechnische Meisterleistung.“ Überhaupt bewege sich der deutsche Vorentscheid zur Weltmeisterschaft auf höchstem Niveau: Besonders anspruchsvoll sei die Vorgabe, auf Englisch zu kommunizieren.

Auf die Frage, woher er so brillant Englisch spreche, sagt der gerade 13 Jahre alt gewordene Birk: „In der Schule gelernt.“ Aber, so räumt er ein, seine SFN-Forschungen seien ein enormer Anreiz, sich auch in Englisch reinzuknien. Begeisterung klingt auch bei seinem Mitstreiter Nick Vogeley (18) mit. „Ich interessiere mich sehr für Musik“, sagt er und fügt hinzu: „insbesondere für elektronische Acht-Bit-Musik.“ Deshalb sei die Wahl seiner Prüfungsaufgabe „Zirpende Kugeln“ eine freudige Herausforderung gewesen. Er gehe „ganz entspannt“ in den Wettbewerb. Dass die Jungs konzentriert, solidarisch und mit Spaß bei der Sache sind, ist vor allem einem zu verdanken: „K. P.“, wie Haupt von allen genannt wird. Ihm gelingt es, eine Atmosphäre zwischen hoher Anforderung und spielerischem Spaß zu schaffen. Zur Pause packt K. P. ein paar Gehacktesbrötchen und Schokoriegel aus. Das ist ein Snack, so ganz nach dem Geschmack seiner Schützlinge, die sich wie ein Heuschreckenschwarm draufstürzen und kauend weiter fachsimpeln. „Wir wollen das Ganze in einem angenehmen, freundschaftlichen Klima verlaufen lassen“, sagt Haupt. Spätestens zur Weltmeisterschaft in England Ende Juni würde mit harten Bandagen gekämpft. KOMMENTAR

Von Christina Hein

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