Vermieter sind für Einbau verantwortlich

Ihr Piepen kann Leben retten: Fragen und Antworten zur Rauchmelder-Pflicht

Kassel. Ab 2015 sind Rauchwarnmelder in allen Wohnungen Pflicht. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Warum hat das Land Hessen die Rauchmelderpflicht eingeführt? 

Es geht darum, im Fall eines Brandes Menschenleben zu retten. Denn nicht die Flammen, sondern die giftigen Rauchgase sind meist die Todesursache bei Bränden. Schon wenige Atemzüge mit Brandrauch reichen, um bewusstlos zu werden. Insbesondere im Schlaf kann der giftige Rauch daher tödlich sein.

Wo müssen die Rauchmelder angebracht werden? 

Vorschrift sind sie in Kinderzimmern, Schlafzimmern sowie in Fluren, die als Rettungsweg dienen. In Häusern sollte man zudem Keller und Dachboden mit einem Gerät ausstatten. In Küche und Bad sind Rauchwarnmelder nicht empfehlenswert, weil es dort leicht zu Fehlalarmen zum Beispiel durch Koch- oder Duschdämpfe kommen kann.

Wer muss die Rauchmelder anbringen? 

Der Eigentümer – also bei Mietwohnungen der Vermieter. Das ist in der Hessischen Bauordnung (Paragraf 13,4) klar geregelt. Die Mieter oder Bewohner sind allerdings dafür verantwortlich, dass die Geräte funktionieren. Das heißt, sie müssen die Batterien austauschen und einmal im Jahr per Knopfdruck testen, ob der Alarm funktioniert. Auf Wunsch kann der Vermieter die Wartung und Prüfung aber auch in die eigene Hand nehmen.

Wer zahlt die Geräte? 

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Erst mal muss der Eigentümer die Kosten tragen. Er darf sie dann aber auf die Miete umlegen, und zwar elf Prozent der Einbaukosten im Jahr. Werden die Geräte von einer Fachfirma gemietet, können die Kosten über die Betriebskosten abgerechnet werden. Mieter müssen also je nach Zimmeranzahl mit ein bis mehreren Euro Mehrkosten im Monat rechnen.

Worauf ist bei der Anschaffung der Geräte zu achten? 

Batteriebetriebene Rauchwarnmelder gibt es im Fachhandel und in Baumärkten. Sie sollten mit dem CE-Zeichen und dem Hinweis auf die Deutsche Industrienorm EN14604 oder mit dem VdS-Prüfzeichen versehen sein. Ein Q als Qualitätskennzeichen für hochwertige Rauchmelder garantiert mindestens zehn Jahre Lebensdauer für Batterie und Gerät.

Was ist, wenn der Mieter selbst schon einen Rauchmelder installiert hat? 

Entweder der Vermieter akzeptiert das Gerät. Falls er auf ein bestimmtes Gerät besteht, kann er aber auch den Austausch anordnen - gerade Großvermieter wünschen sich in der Regel eine einheitliche Ausstattung ihrer Wohnungen. Hier sieht Karl-Heinz Schwabe, Geschäftsführer des Mieterbunds Nordhessen, Konfliktpotenzial. Als kulante Regelung biete sich an, dass der Vermieter dem Mieter den Betrag für den selbst gekauften Rauchmelder vergütet. Die Vereinigten Wohnstätten 1889 handhaben es so: Wer schon einen Rauchmelder hatte, der jetzt ausgetauscht wird, bekommt zehn Euro gutgeschrieben.

Was mache ich als Mieter, wenn der Vermieter sich nicht um den Einbau der Rauchmelder kümmert? 

Zunächst empfiehlt es sich, schriftlich nachzufragen, wann der Einbau geplant ist, sagt Karl-Heinz Schwabe. Wenn nichts passiert, kann der Mieter eine Frist setzen, den Einbau selbst vornehmen und die Rechnung an den Vermieter schicken. Dieser darf die Kosten dann allerdings wieder auf die Miete umlegen.

Wird die Rauchmelderpflicht kontrolliert? 

Nein. Auch Sanktionen sind bisher nicht vorgesehen, falls jemand der Verpflichtung nicht nachkommt. Auf den Versicherungsschutz hat das Fehlen eines Rauchmelders nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft in der Regel keine Auswirkungen.

Von Katja Rudolph

Rubriklistenbild: © dpa

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