800 Menschen ließen sich am Wochenende spontan impfen

Piks hinter Tischtennisplatten

Impfen hinter Tischtennisplatten in der Valentin-Traudt-Schule: Suvat Eren bekam den Piks von Ebra Taskin, nachdem er von Ärztin Dr. Silke Asch aufgeklärt worden war.
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Impfen hinter Tischtennisplatten in der Valentin-Traudt-Schule: Suvat Eren bekam den Piks von Ebra Taskin, nachdem er von Ärztin Dr. Silke Asch aufgeklärt worden war.

800 Menschen ließen sich am Wochenende spontan in Rothenditmold und Waldau gegen Corona impfen.

Kassel - Als Suvat Eren am Samstagmorgen um 8.30 Uhr zur Valentin-Traudt-Schule in Rothenditmold kam, warteten dort schon 40 weitere Frauen und Männer. Menschen, die sich spontan dazu entschieden hatten, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen.

Die Stadt Kassel hatte am Wochenende nicht nur in Rothenditmold, sondern auch in die Grundschule Waldau zum Impfen ohne Anmeldung eingeladen. Verimpft wurde der Wirkstoff von Johnson & Johnson, der nur einmal verabreicht werden muss.

Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote zeigte sich am Samstagmorgen in der Valentin-Traudt-Schule über die Resonanz jedenfalls sehr zufrieden. Um 9 Uhr waren bereits hier 150 Impfterminen vergeben, in Waldau hätten die ersten Impfwilligen bereits um 6 Uhr angestanden, berichtete Ernesto Plantera, Geschäftsführer des Sicherheitsdienstes Protex. Insgesamt wurden am Samstag über 500 und am Sonntag rund 300 Menschen in beiden Schulen gegen Corona geimpft.

Darunter waren auch viele Personen, dies sich bislang vielleicht noch nicht angesprochen gefühlt hätten, so Gote. Aufgrund der Öffentlichkeitsarbeit und einer Kampagne in unterschiedlichen Sprachen habe man viele Menschen informieren und mobilisieren können.

Gote lobte in diesem Zusammenhang auch Rothenditmolds Ortsvorsteher Hans Roth, der in die Familien gegangen sei, um die Bürger zu erreichen. Der Vorteil von Johnson & Johnson sei sicher auch, dass nur eine Spritze gegeben werden müsse und die Menschen nicht noch ein zweites Mal erscheinen müssten.

Die Sporthalle der Valentin-Traudt-Schule war am Samstagmorgen in ein kleines Impfzentrum verwandelt worden. Mithilfe von Tischtennisplatten wurden zwei Impfkabinen eingerichtet, in denen die Menschen aufgeklärt und ihnen die Spritze gegeben wurde. Bei der Auswahl des medizinischen Personals habe man darauf geachtet, dass möglichst viele Sprachen vertreten sind. So konnten die Menschen in Französisch, Türkisch und Arabisch aufgeklärt werden.

Suvat Eren hatte sich für den Piks entschieden, nachdem er in der Zeitung darüber gelesen hatte. Einen Termin im Impfzentrum habe er bislang nicht bekommen, und sein Hausarzt hätte ihn auch noch nicht impfen können. Vor der Impfung habe er keine Angst, so der 42-Jährige, aber er wisse halt nicht, ob der Wirkstoff auch 100 Prozent wirke. Auf alle Fälle habe er mit der Impfung wieder mehr Freiheit und könne problemlos seine Familie in der Türkei besuchen.

Jessica (33) und Sebastian Schmidt (34) aus Kirchditmold haben sich für Johnson & Johnson entschieden, weil nach einer Spritze alles erledigt ist. „Jetzt haben wir wieder mehr Freiheiten und müssen uns nicht mehr so oft testen lassen“, so Jessica Schmidt.

Bei dem Impfstoff handelt es sich um eine Sonderlieferung des Landes Hessen an die Stadt Kassel. Die Stadt weist darauf hin, dass das Angebot sich auch nur an Menschen ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Kassel richtet. Eine Frau aus Vellmar wurde deshalb am Samstag auch wieder weggeschickt.

Am kommenden Wochenende, 24. und 25. Juli, gibt es von 9 bis 17 Uhr weitere Impfaktionen ohne Anmeldung in zwei Stadtteilen: im Philipp-Scheidemann-Haus, Holländische Straße 74 (Nordstadt) und in der Georg-August-Zinn-Schule, Mattenbergstraße 52 (Oberzwehren).

Terminvereinbarungen für Impfungen im Impfzentrum in der Großsporthalle Auepark sind weiterhin über 0611/50 59 28 88 und über impfterminservice.hessen.de möglich. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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