Wohnungsbaugesellschaft Wohnstadt

Pilotprojekt: Kasseler Haushalte müssen nur noch pro Müllsack bezahlen

Kassel. Nur noch für den Restmüll bezahlen, den Mieter in die Tonne werfen: Für 1200 Mieter der Kasseler Wohnungsbaugesellschaft Wohnstadt ist das bereits Alltag. Ihre Haushalte sind an elektronische Müllschleusen der Kieler Firma Innotec angeschlossen, die jeden Einwurf eines Müllsacks registrieren.

Am Ende des Jahres wird die Müllmenge individuell abgerechnet. Während die Wohnstadt ihr Pilotprojekt für ein gerechtes System hält, üben die Stadtreiniger Kritik daran.

Bei der Müllschleuse handelt es sich um einen Betonkäfig, in dem sich die normalen Restmülltonnen der Stadtreiniger befinden. Durch zwei Klappen (für 5- und 20-Liter-Säcke), die sich von den Mietern mit einem Chip öffnen lassen, können sie Müllsäcke einwerfen.

Auf diese Weise würden die Kosten der Abfallentsorgung nicht mehr nach Quadratmetern auf die Mieter umgelegt, sondern es werde nach Müllvolumen abgerechnet, sagt Ulrich Türk, Leiter des Wohnstadt-Servicecenters. So habe jeder die Chance, die Müllkosten zu senken – auch lande weniger Bio-, Papier- und Verpackungsmüll (Gelber Sack) in der Restmülltonne, weil dort jeder Einwurf Geld koste.

Eine illegale Entsorgung rentiere sich nicht, weil die Stadtreiniger eine Mindestrestmüllmenge von 20 Litern pro Woche vorgeben, die jedem Mieter abgerechnet werde.

Vor drei Jahren hatte die Wohnstadt das System mit 100 Mietern erprobt. Seit 2014 sind große Siedlungen angeschlossen. Die Abfallabfuhr übernehmen weiter die Stadtreiniger, Innotec stellt lediglich die Schleusen bereit und kontrolliert diese.

Die Stadtreiniger sehen etwa Haushalte mit hohem Windelverbrauch durch das System benachteiligt. Für die Wohnungsgesellschaft GWH sind Müllschleusen derzeit kein Thema. Die GWG hatte das System getestet, ist aber wieder davon abgerückt.

Von Bastian Ludwig

Mehr dazu in der gedruckten Hessischen Allgemeinen.

Rubriklistenbild: © Ludwig

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