Nur Gutes von den Casseler Bergen

Pilotprojekt: Lebensmittelmarkt mit Produkten ausschließlich aus der Region

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Prost auf eine neue Idee: Gewinner und Casseler-Berge-Chef Constantin Fricke (links) mit Daniel Esteve. Fricke will einen Laden mit regionalen Produkten eröffnen.

Kassel. Um Jungunternehmern den Start in die Selbstständigkeit zu erleichtern, hat die HNA gemeinsam mit der Firma Office-Konzept Kassel ein mietfreies Büro samt Infrastruktur für drei Monate kostenlos verlost. Jetzt steht der Gewinner fest: Der Unternehmensberater Constantin Fricke punktete mit regional bezogenen Ideen.

Woher stammt das Korn in meinem Brot? Woher der Hopfen in meinem Bier? Wie erging es dem Huhn, das mein Frühstücksei gelegt hat? Antworten auf diese und andere Fragen will Fricke mit einem neuen Lebensmittelmarkt mit rein nordhessischen Angeboten liefern.

Office-Konzept-Gründer Daniel Esteve zeigt sich erfreut: „Solche Geschäftsideen haben es verdient, gefördert zu werden. Schließlich ist Regionalität für viele Verbraucher ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit und der eigenen Identität.“ Fricke bestätigt das: „Produkte aus der Region erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.“

Inspiriert durch das Lübecker Projekt Landwege, das seit 1988 regionale Bio-Lebensmittel anbietet, hat der gebürtige Kasseler, der seit 15 Jahren in Hamburg lebt, das Unternehmen Casseler Berge gegründet. Das Ziel: regionale Produkte aus Nordhessen zu erschwinglichen Preisen anbieten.

So finde man zwar mittlerweile in jedem Lebensmittelgeschäft hauseigene Bio-Produkte, sagt Fricke. „Doch nicht nur das Bio-Siegel sollte die Kaufentscheidung beeinflussen, vor allem die Herkunft der Lebensmittel gilt es zu beachten.” Der regionale Bezug und die Nähe zum Hersteller schafften Sicherheit und Vertrauen.

Fricke will noch weiter gehen und direkte Kontakte zu Anbietern ermöglichen. „Transparenz ist das Zauberwort“, sagt er. Für Kunden sollten Hofbesichtigungen sowie Gespräche mit Bauern und Herstellern möglich sein. Denn viel zu oft werde mit dem Begriff der Regionalität Schindluder getrieben.

Das erste Treffen dazu soll am Mittwoch, 29. Oktober, im Anthroposophischen Zentrum an der Wilhelmshöher Allee stattfinden. Eingeladen hat Fricke Initiatoren des Lübecker Projektes Landwege, interessierte Verbraucher, Landwirte aus der Region sowie lokale Verarbeiter. Frickes Ziel ist, innerhalb der nächsten drei Jahre einen Pilotmarkt in Kassel zu eröffnen. Außerdem seien Genossenschaftsmodelle oder eine Stiftung für Kultur in Nordhessen denkbar.

„Mir ist es wichtig, solche Visionen umzusetzen“, erklärt Fricke. Daher sei sein Casseler-Berge-Konzept auch eine Art „Gemischtwarenladen aus verschiedenen Themen“: Neben Unternehmensberatung,  Gemeinwohlökonomie  und Eventmanagement bietet Fricke auch zertifiziertes Lerntraining an.

Als kleine Gegenleistung für das gewonnene Büro und den Start in Kassel hat sich der Unternehmer ein besonderes Dankeschön ausgedacht: „Ich würde gern zehn 45-minütige Visionssuchen an HNA-Leser verlosen.“

Wer teilnehmen möchte, schreibt dafür eine E-Mail mit seinem Kurzprofil an: casseler_berge@email.de

Von Melanie Triesch

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