Im Tannenwäldchen muss gefällt werden

Baum-Krankheit breitet sich in Kassel aus: Pilz lässt Kiefern sterben

+
Abgestorbene Äste: Im Tannenwäldchen sind ein Großteil der 300 Kiefern von einer Pilzerkrankung befallen. In der Folge kann der Baum daran zugrund gehen.  

Kassel. Klimawandel und Umweltveränderungen fordern weiter ihren Tribut. Erst die Ulmen, dann die Kastanien, jetzt leiden die Nadelbäume im Stadtgebiet Kassel.

Im Tannenwäldchen, wo besonders viele Schwarz- und Waldkiefern wachsen, wird es deshalb demnächst weitreichende Sanierungsarbeiten an den Bäumen geben. Es wird auch gefällt.

„Die meisten der 300 Kiefern im Tannenwäldchen sind vom Diplodia-Triebsterben, einer ansteckenden Pilzerkrankung, befallen.“ Diese Hiobsbotschaft eröffnete jetzt Volker Lange vom Umwelt- und Gartenamt den Mitgliedern des Ortsbeirats Vorderer Westen. In den nächsten Tagen beginnen die Baumschnittarbeiten. 

Viele Bäume müssen gefällt werden

Viele der Bäume müssten aber aus Sicherheitsgründen gefällt werden. „Wir müssen für die Verkehrssicherheit in dem Bereich sorgen“, so Lange.

In letzter Konsequenz entscheiden aber die Fachleute vor Ort, die Baumsteiger, ob ein Baum durch einen Rückschnitt gerettet werden kann oder gefällt werden muss. „Wir müssen auch die Selbstheilungskräfte der Bäume in unsere Überlegungen einbeziehen.“ Der Pilz habe sich aber bereits sehr schnell verbreitet und vor allem Baumgruppen befallen. „Auch Jungbäume sind schon betroffen.“ Natürlich werde im Tannenwäldchen nachgepflanzt.

Volker Lange

Im Naturschutzbeirat der Stadt seien die Maßnahmen bereits angekündigt und diskutiert worden. Auch an anderen Stellen in der Stadt – in den Parks der Museumslandschaft Hessen Kassel etwa – sind die Schäden durch das Diplodia-Triebsterben, einem „typischen Schwäche-Parasiten, der Nadelbäume befällt“, so Volker Lange, schon deutlich sichtbar.

Auf die Frage aus dem Stadtteilgremium, was gegen das Kiefern-Sterben getan werden kann, antwortete Volker Lange: „Wir müssen der Krankheitsgefahr durch Vielfalt begegnen.“ Will heißen: Monokulturen in Parks wie die Kiefern im Tannenwäldchen, sollen bei Nach- und Neupflanzungen vermieden werden. 

Die Wahl sollte auf wenige anfällige und trockenresistentere Baumarten fallen.  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.