Ordnungsamt kontrolliert

EM-Fanmeile: Pinkler werden zur Kasse gebeten

Kassel. 40 Männer sind am Mittwoch noch gestoppt worden. Mitarbeiter des Ordnungsamtes hielten sie davon ab, an der Partymeile auf der Friedrich-Ebert-Straße zu pinkeln. Zehn Fußballfans wurden nach Angaben von Axel Heiser, Chef des Ordnungsamtes, dabei erwischt, als sie auf oder an der Meile urinierten.

Das kostet Geld. Ein Verwarnungsgeld in Höhe von 35 Euro sei fällig, das sofort und in bar zu entrichten sei, sagt Heiser. Wer sich weigere, die Summe zu zahlen, werde angezeigt und ein Bußgeldverfahren werde eingeleitet (mindestens 50 Euro plus Verwaltungskosten). Am Mittwochabend seien auf der Meile zwei Verwarnungsgelder bezahlt und acht Bußgeldverfahren eingeleitet worden.

Dirk van der Werf

Die Wirte an der Friedrich-Ebert-Straße sind froh, dass das Ordnungsamt die Pinkler im Auge hat. Dirk van der Werf (Joe’s Garage) und Sascha Lenz (Hot Legs) würden sich allerdings wünschen, dass die städtischen Mitarbeiter nicht nur bis Mitternacht kontrollieren. Sobald die Ordnungsbeamten verschwunden seien, urinierten einige Männer wieder hemmungslos in jede Ecke.

Sascha Lenz

Nach Angaben Heisers dürfen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes laut Dienstplan nur bis Mitternacht arbeiten. Das habe die Personalvertretung so bestimmt. „Es stellt sich aber schon die berechtigte Frage, warum nicht jeder Wirt wenigstens sein unmittelbares Umfeld bei den Feiern im Griff haben kann. Schließlich wird mit denselben Gästen auch Umsatz generiert, warum soll dann mit allen negativen Auswüchsen der Steuerzahler belastet werden?“, fragt Heiser.

Die Gastronomen weisen zurück, dass sie durch die Fanmeile enorme Gewinne einfahren. Kosten und Aufwand seien im Verhältnis zum Verdienst relativ hoch. Die Wirte kämen nicht nur für die beiden Toilettenwagen, sondern auch für die Reinigung der Straße nach jedem Spiel auf. Der Einsatz einer Kehrmaschine koste 300 Euro. Dabei werde ein Großteil des Mülls mitgebracht, denn viele Besucher kauften sich ihre Getränke in den umliegenden Supermärkten.

Zudem sei man bemüht, dass das Verhältnis zu den Anwohnern gut bleibe. „Wir wissen, dass die Fanmeile eine Riesenbelastung für sie darstellt“, sagt Lenz. Er und van der Werf verurteilen, dass in diesem Jahr zum ersten Mal von einigen wenigen Besuchern bengalisches Feuerwerk gezündet wurde. „Das ist hochgradig gefährlich“, sagt van der Werf. „Freude kann man auch anders ausdrücken. Mit Gesang und guter Laune.“ (use)

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