Stadt Kassel erfüllt Rechtsanspruch: Plätze für alle Kinder unter drei

Kassel. „Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren (U 3) kann in Kassel zum 1. August umgesetzt werden.“ Mit zufriedenem Unterton verkündeten gestern die für Familien und Jugend zuständige Dezernentin Anne Janz, Jugendamtsleiterin Judith Osterbrink sowie Franz-Josef Knoop, der für den Kitabereich zuständig ist, eine gute Nachricht.

„Jeder der einen U 3-Betreuungsplatz benötigt, bekommt auch einen. Es gibt keine Warteschlangen, sondern im Gegenteil sogar noch freie Plätze im Stadtgebiet“, sagte Janz.

Es sei eine Herkulesarbeit gewesen, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für U 3-Kinder erfüllt werden kann, „aber wir haben es gemeinsam mit den freien Trägern gestemmt.“ Sozial- und bildungspolitisch sowie unter dem Aspekt „familienfreundliches Kassel“ seien alle Anstrengungen, Betreuungsplätze zu schaffen, gut und wichtig.

Der reale Bedarf belaufe sich auf 1330 Plätze in Gruppen und 370 Plätze in der Tagespflege. Dies entspreche auch der Quote von 35 Prozent, Ergebnis einer bundesweiten Studie, die vielerorts als Orientierung gilt. In den vergangenen Monaten wurden in Kassel zusätzliche 250 Plätze in Kita-Gruppen sowie 50 in der Tagespflege geschaffen. Dafür sind bei der Stadt und den freien Trägern 45 neue Stellen eingerichtet worden.

Um die räumlichen Voraussetzungen für die U 3-Betreuung zu schaffen, wurden bisher über 2,2 Millionen Euro in den Umbau und die Erweiterung der städtischen Kitas investiert. Janz: „Wir haben das relativ kostengünstig hinbekommen, weil wir viele Horte bereits in die Schulen verlegt und so Raumkapazitäten in den Kitas gewonnen haben.“

Beim Ausbau der Betreuungskapazitäten arbeitete die Stadt eng mit den Freien Trägern zusammen. Primär seien die neuen Plätze in deren Kindertagesstätten entstanden. In die bauliche Erweiterung städtischer Kitas investiere die Stadt nur, wenn dies zwingend erforderlich oder durch die Nutzung von Synergien etwa mit benachbarten Grundschulen sinnvoll sei, sagte Janz. Der Ausbau geht weiter. So stehe etwas im August die Eröffnung einer U 3-Gruppe in Bettenhausen an. Nach der Anfangsphase sei zu erwarten, dass deutlich mehr Eltern eine U 3-Betreuung nachfragen, sagte Osterbrink. Sie rechnet damit, dass die Bedarfsquote in Kassel auf 50 bis 60 Prozent steigen wird. „Um den Ausbau der Kinderbetreuung fortzusetzen, ist es erforderlich, dass Bund und Land den Kommunen auch künftig Geld zur Verfügung zu stellen“, sagte Janz. Sie betonte, dass die Stadt ebenfalls die Kapazitäten der Hortbetreuung kontinuierlich ausbaue.

Auch im Landkreis Kassel liegt die U 3-Betreuung im grünen Bereich. Sprecher Harald Kühlborn hatte zuletzt gesagt: „Jeder, der eine U 3-Betreuung benötigt, bekommt sie.“

Von Christina Hein

Rubriklistenbild: © Koch

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