Hilfswerk freut sich über neue Fahrzeuge, beklagt aber drohenden Mangel an Helfern

THW plagt Personalnot

Sie nahmen die blauen Transporter in Besitz: Jano Regelin (von links) und Marcel Wiegand (Wolfhagen), Udo Kniese und Michael Kuß-Schönzart (Eschwege), Erwin Koch und Otto Krause (Homberg) sowie Meinhard Schneider und Tobias Walter (Kassel) vom Technischen Hilfswerk. Fotos:  Dilling

Kassel. Wenn der Bund sein Füllhorn ausschüttet, gibt es beim Technischen Hilfswerk (THW) strahlende Gesichter. So war das auch am Wochenende, als in der Kasseler THW-Zentrale vier neue Mannschaftstransporter im Gesamtwert von 191 000 Euro an Wolfhager, Eschweger, Homberger und Kasseler Katastrophenhelfer übergeben wurden.

Doch Geld allein wird nicht reichen, um die Zukunft des Technischen Hilfswerks langfristig zu sichern. Die vom Bund getragene Katastrophenschutzorganisation lebt ganz überwiegend vom Einsatz ehrenamtlicher Helfer, den die Bundestagsabgeordneten Mechthild Dyckmans (FDP) und Ulrike Gottschalck (SPD) während der Übergabefeier ausdrücklich lobten.

53 000 Stunden Dienst

Dem THW drohe in einigen Jahren ein Personalschwund, sagte der für den Bereich Homberg zuständige THW-Geschäftsführer Hans-Joachim Gerhold. Er ist für zwölf Ortsverbände, darunter Kassel, mit rund 1300 Katastrophenhelfern zuständig, die laut Gerhold vergangenes Jahr über 53 000 Stunden Dienst getan haben.

Schon jetzt sei „ein Schwund der aktiven Helferinnen und Helfer in den Ortsverbänden mehr oder weniger stark ausgeprägt erkennbar“, sagte Gerhold, nannte aber keine Zahlen. Er bestätigte aber, dass den Ortsverband Kassel mit seinen etwa 60 Helfern der Wegfall des Zivildienstes besonders hart treffe. Denn der Anteil der Zivildienstleistenden liege in diesem Ortsverband bei über zehn Prozent.

Es sei ein bundesweiter Werbefeldzug nötig, um wieder mehr junge Menschen für den Katastrophenschutz zu begeistern, sagte der Geschäftsführer. Er erwarte, dass die Ortsverbände schon in Kürze entsprechendes Werbematerial vom Bund an die Hand bekämen. Leider seien nur zehn Prozent der THW-Helfer Mädchen und Frauen. Da gebe es noch „erhebliche Erschließungsmöglichkeiten“, meinte Gerhold.

Fuhrpark verjüngt

Was die Ausrüstung der THWler angeht, ist der THW-Geschäftsführer deutlich zufriedener. Dank der Konjunkturprogramme sei der Fuhrpark deutlich verjüngt worden. Die jetzt übergebenen Transporter ersetzen Fahrzeuge, die 17 bis 32 Jahre alt sind.

Es sei auch ein Lichtblick, dass die Bundesregierung im ersten Halbjahr 2011 60 000 Euro zusätzlich für die technische Ausstattung zur Verfügung gestellt habe, sagte Gerhold. (pdi)

Von Peter Dilling

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