KVG bereitet sich frühzeitig auf Großveranstaltungen wie den Zissel und das Pokalspiel im Auestadion vor

Zissel und das KSV-Pokalspiel: Planen für den Fahrgast-Ansturm

Hier laufen die Informationen zusammen: In der Leitstelle der KVG am Betriebshof Wilhelmshöhe halten Helmut Giese (vorn) und Peter Jentzsch den Kontakt zu den Trams und Bussen. Am Sonntag etwa, wenn der Zissel-Umzug losgeht, heißt das Kommando: Umleitung fahren. Fotos: Koch

Kassel. Für Sven Möller und Jörg Bader hat der Zissel schon vor 16 Wochen begonnen. Eigentlich denken sie sogar seit Jahresbeginn an das Wochenende. Sie sind bei der KVG unter anderem für „Sonderverkehre“ zuständig. Das heißt: Sie und ihr Team planen das erweiterte Angebot für Großveranstaltungen.

Und mindestens 16 Wochen vorher muss in der Regel der Fahrplan stehen, damit alles reibungslos ablaufen kann.

Baustellen, große Sportveranstaltungen oder Konzerte, Stadtfest, Zissel, Marathon – für das Planungsteam ist die Ausnahme die Regel. Die Tage im Jahr, an denen keine einzige Umleitung oder besondere Veranstaltung kleine oder größere Änderungen im Bus- und Bahnverkehr verursacht, kann man fast an den Fingern abzählen, sagt Jörg Bader von der Fahrplanung der KVG.

Sven Möller

Der Zissel ist dabei eine der leichteren Übungen der Nahverkehrsexperten. Weil sich das Publikum über den Tag verteilt, muss nur ein Bus mehr für den höheren Takt der Linie 16 eingesetzt werden. Ansonsten werden auf vielen Linien große Gelenkbusse eingesetzt. Um das verlängerte Angebot am Abend zu gewährleisten, müssen zudem mehr Fahrer Dienst schieben. Schon bei der Urlaubsplanung muss also an die großen Veranstaltungen des Jahres gedacht werden, um genug Personal in petto zu haben.

15 000 auf einen Streich

Jörg Bader

Die größere Herausforderung für die KVG ist das Pokalspiel am Sonntag. Während beim Zissel das Publikum über den ganzen Tag verteilt kommt und geht, werden beim Fußball 15 000 Zuschauer auf einmal aus dem Stadion strömen. „Viele haben den Anspruch, wie bei normalem Fahrplan an der Haltestelle gleich weggefahren zu werden“, sagt Sven Möller, stellvertretender Leiter für Betrieb und Verkehr. Um ein wenig Geduld muss die KVG in solchen Ausnahmesituationen allerdings schon bitten. 20 Trams auf einen Schlag können nämlich nicht am Stadion bereitstehen. Vier Doppeltrams sind für „An- und Abmarsch“, wie es die Planer nennen, der Fußballfans eingeplant.

Bevor die zusätzlichen Fahrzeuge zum Stadion fahren können, muss aber der Zisselumzug in der Innenstadt beendet sein. „Die Umleitung der Trams aus der Königsstraße ist nichts Besonderes für uns“, sagt Jörg Bader. Trotzdem müssen Verkehrsmeister der KVG vor Ort sein, um Kontakt mit der Leitstelle zu halten, die wiederum die Fahrer informiert, ab wann und für wie lange die Umleitungsstrecke gilt. Auch die Anzeigen in der Bahn und an den Haltestellen müssen entsprechend umgestellt werden. Wenn der Umzug vorbei ist, ziehen umgehend die Stadtreiniger los, um die Straße zu säubern, und die KVG pult Bonbons und Becher aus den Gleisen. Dann ist die Bahn frei zum Auestadion.

Über Nacht in die Werkstatt

Kosten im hohen vierstelligen Bereich entstehen der KVG durch das Pokalspiel, unter anderem weil die Fans aus Düsseldorf mit Sonderwagen ins Stadion gebracht werden. Auch mit der Polizei haben sich die KVG-Verantwortlichen im Vorfeld ausgetauscht, um die gegnerischen Fanströme nicht aufeinanderprallen zu lassen.

Nach dem Spiel ist nicht Feierabend: Die Fahrzeuge müssen am Montagmorgen wieder sauber und intakt bereitstehen. Auch die Werkstatt-Mitarbeiter legen deshalb eine Sonderschicht ein.

Von Katja Rudolph

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