Weiter großer Unfallschwerpunkt

Umbau des Platzes der Deutschen Einheit rückt in weite Ferne

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Blick in die Zukunft: So würde die nach Einschätzung der Verkehrsgutachter beste Lösung für den Umbau des Platzes der Deutschen Einheit aussehen. Zu sehen ist der Blick von der Leipziger Straße über den großen Kreisel in Richtung Innenstadt. Auf dem „Überflieger“, den aufgeständerten Fahrbahnen über der Kreuzung, rollt der Verkehr zwischen Dresdener Straße und der Bundesstraße 83 in Richtung Waldau.

Kassel. Der Platz der Deutschen Einheit ist Kassels größter Unfallschwerpunkt. Ein aktuelles Verkehrsgutachten zum Kreisel sieht Handlungsbedarf, um den problematischsten Verkehrsknoten der Stadt sicherer zu machen und Staus zu verhindern.

Kassels Stadtbaurat und Verkehrsdezernent Christof Nolda (Grüne) will damit aber noch Jahre warten.

Laut Gutachten der angesehenen Bochumer Ingenieurgesellschaft Brilon Bondzio Weiser, das seit Frühjahr dieses Jahres im Rathaus vorliegt, ist der große Kreisel Unfallschwerpunkt, hat schlechte Verkehrsqualität, verdrängt Verkehr in die Innenstadt und macht Fußgängern und Radlern das Leben schwer. Der Knoten, über den täglich bis zu 80.000 Autos rollen, sei in seiner derzeitigen Form nicht leistungsfähig, schon gar nicht für den künftig zunehmenden Verkehr.

Symbol für die autogerechte Stadt: So sah der Platz der Deutschen Einheit aus, als er im Juli 1958 dem Verkehr übergeben wurde. Das Bild stammt aus dem Buch „Bettenhausen - Historische Photographien“ aus dem Wartberg-Verlag.  

Besonders schlecht ist es um die Verkehrssicherheit bestellt. Laut Unfallauswertung für die Jahre 2006 bis 2011 ereignen sich dort durchschnittlich 120 Unfälle pro Jahr. Jährlich werden dabei im Durchschnitt 22 Menschen verletzt. Zusätzlich gibt es eine vielfache Zahl von Bagatellunfällen, die nicht mehr von der Polizei aufgenommen werden.

Der aus dem Jahr 1958 stammende und 1997 umgebaute Kreisel „ist die letzte Verkehrsanlage dieser Art in der Bundesrepublik“, sagt der Stadtbaurat. Der Platz „muss bearbeitet werden, da kommen wir gar nicht drum herum“. Den Kreisel-Umbau verknüpft Nolda aber damit, ob es gelinge, die Autobahnanschlussstelle Kassel-Ost zu erhalten. Dort soll in einigen Jahren die neue A 44 aus Richtung Osten an die A 7 angeschlossen werden. Entsteht dort nur ein Autobahndreieck ohne Auf- und Abfahrtmöglichkeit, wird der Verkehr über den Autobahnanschluss Nord, Dresdener Straße und Kreisel massiv zunehmen. Dann müsse umgebaut werden, erklärt Nolda.

Von Jörg Steinbach

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