Ein Platz - zwei Zuschauer: Doppelbuchungen bei den Kastelruther Spatzen

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Ratlos: Patrick Vollmer von der Firma Protex erklärt zwei Konzertbesuchern die missliche Situation. Im Hintergrund stehen weitere Fans, die Karten für die voll besetzten ersten Reihen haben.

Kassel. Aufgebrachte Fans, verspäteter Konzertbeginn - es lief nicht alles rund beim Auftritt der Kastelruther Spatzen am Donnerstagabend in der Kasseler Stadthalle. Eine technische Panne hatte dazu geführt, dass 70 Plätze in den ersten fünf Reihen doppelt verkauft worden waren.

Die Kastelruther Spatzen sind dafür bekannt, dass ihre Konzerte pünktlich beginnen. Am Donnerstagabend hätte das um 19.30 Uhr geschehen sollen, doch da standen noch 70 Konzertbesucher vor der Bühne - mit einer Sitzplatzkarte in der Hand, aber ohne Sitzplatz. Da die Halle bis auf Restplätze im hinteren Bereich ausverkauft war, gab es auch keine Alternativen. Die Mitarbeiter der Firma Protex, zuständig für den geordneten Ablauf in der Halle und über die Doppelbuchungen ebenso überrascht wie die Kartenkäufer, mussten in mühevoller Kleinarbeit Restplätze suchen und die enttäuschen Spatzen-Fans dorthin geleiten.

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„Die haben sich wirklich Mühe gegeben“, sagt Ursula Klingemann, die die Eintrittskarten für sich und fünf weitere Anhänger der Musiker aus Südtirol bereits im März vergangenes Jahr beim Tourneeveranstalter Semmel-Concerts in Bayreuth gekauft hatte. „Wir wollten die Ersten sein und ganz vorn sitzen.“ Vor zehn Monaten hatte sich auch Gerlinde Schäfer um ihre Karten gekümmert. „Reihe fünf, Plätze 14 und 15, 57,50 Euro pro Platz, bestellt im Internet beim Eventim-Kartenservice“, sagt sie. Man merkt ihr auch am Tag danach noch die Enttäuschung an, dass sie in Reihe 25 versetzt wurde. Im Gegensatz zu Klingemann, die sagt, man habe das Beste aus dem Abend gemacht, war für sie danach „die Stimmung nicht mehr so toll“. Da half auch die Ansage von Spatzen-Sänger Norbert Rier nichts, der den verspäteten Konzertbeginn mit den Worten entschuldigte: „Es gab ein Problem mit der Bestuhlung.“

„Es war allerdings kein Problem mit der Bestuhlung, sondern ein technisches Problem im Computersystem“, sagt Uwe Vater von der Agentur MM, die das Kasseler Konzert veranstaltete. „Alle Vorverkaufsstellen hängen an einem Karten-System. In diesem Fall wurden zirka 70 Plätze, die verkauft worden waren, nicht im System gelöscht, sondern erst beim zweiten Mal.“

Obwohl weder der örtliche noch der Tourneeveranstalter an der Panne schuld sind, haben sie sich zu einer großzügigen Geste gegenüber den enttäuschten Fans entschlossen. Alle werden zum nächsten Konzert in Kassel im März 2012 eingeladen - in die ersten fünf Reihen natürlich.

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