Anwohner in Wolfsanger gelangen nur auf Umwegen zur Bahn

Wolfsanger: Plötzlich war die Treppe gesperrt

Um diese paar Meter geht es: Alfred Feder auf der gesperrten Treppe. Hinter ihm die Absperrung, die eine große Lücke lässt.

Wolfsanger. Eine gesperrte Treppe empört die Menschen im nordöstlichen Teil von Wolfsanger. Für die Anwohner im Boddenfeld, am Sängerweg, der Spiekershäuser Straße und der Zeppelinstraße ist die Vultejusstraße der direkte Zugang zur Endstation der Linie 6 an der Fuldatalstraße.

Doch die letzten Meter - da ist sie nur noch eine Verbindungstreppe - sind seit Anfang Dezember gesperrt. Alfred Feder trägt im Viertel die HNA aus und nutzt die Treppe täglich. Wie viele Anlieger ist er der Meinung: „Die Stadtreiniger hatten keine Lust mehr, die Vultejusstraße und die Treppenanlage vom Schnee zu räumen.“ Auf seine Beschwerde hin erhielt er die Antwort, die Treppe sei baufällig und müsse deshalb gesperrt werden. Diese Begründung verärgerte ihn noch mehr. „Das ist ein Vorwand. An der Treppe gibt es keine Bauschäden.“

Die Stadtreiniger sehen sich nicht zuständig für die Treppe. „Da sie von der Bauaufsicht wegen Baufälligkeit gesperrt wurde, können wir dort zur Zeit nichts machen“, sagt der stellvertretende Betriebsleiter, Klaus Heinemann.

Ein Widerspruch

Feder sieht schon in der Beschilderung einen Widerspruch zu Heinemanns Aussage: „Am Beginn der Vultejusstraße weist nichts darauf hin, dass man sie nicht bis zu Ende gehen kann.“ In der Mitte stehe plötzlich ein kleines Schild, das den Zugang zu zwei Häusern links und rechts der Treppe erlaube. „Erst danach, auf den letzten sieben Metern soll die Anlage baufällig sein?“, wundert sich Feder.

Heinrich Billing bewohnt eines der beiden Häuser. Seine Garage liegt darunter an der Fuldatalstraße. Würde er den städtischen Anweisungen Folge leisten, müsste er jetzt statt 20 Treppenstufen einen Umweg von knapp einem Kilometer über die Fuldatal-, Wolfsanger- und Zeppelinstraße gehen. „Seit 45 Jahren hat es hier keine Probleme gegeben“, sagt Billing.

Angeordnet hat die Sperrung das Straßenverkehrsamt. Amtsleiter Gunnar Polzin rechtfertigt die Vorgehensweise: „Die Treppe muss saniert werden.“ Streusalz hätte das Material derart angegriffen, dass eine Sanierung nicht mehr möglich gewesen wäre. Die Behauptung der Anlieger, bislang keine Treppenschäden bemerkt zu haben, kann Polzin nachvollziehen. „Es handelt sich nicht um deutlich sichtbare Schäden im Mauerwerk, sondern um Schäden, die man als Laie nicht sieht.“

Auch will Polzin nicht ausschließen, dass man die Treppe eventuell nicht gesperrt hätte, wenn der Winter erst viel später eingesetzt hätte. „Da wir aber nicht wissen, wie lange dieser Winter dauern wird, blieb uns keine andere Wahl, so banal das auch klingen mag.“ KOMMENTAR

Von Wilhelm Ditzel

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