Aus Rilkes wildem Herzen

Mit Poesie und Musik sorgten Filmstars wie Ben Becker in der Stadthalle für Jubel

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Manchmal war es, als würde er in Zeitlupe tänzeln: Ben Becker bei einem seiner Auftritte in der Stadthalle.

Kassel. Ben Beckers Stimme klingt, als sei das Mikro manipuliert, so unfassbar tief, dunkel, rauchig. Ihm gehörten besondere Momente beim anspruchsvollen und doch kurzweiligen „Rilke-Projekt“-Abend in der vollen Stadthalle, wie im Auftritt mit Klezmer-Legende Giora Feidman.

Die beispiellose Erfolgsgeschichte der Rilke-Lesungen und -Vertonungen hat das Komponistenduo Richard Schönherz und Angelica Fleer initiiert. Die Prominenten, die Rilke ihre geschulten Stimmen leihen, wechseln. Gestern gehörte einem Quartett die Bühne: Becker, dessen Hände wie vor einer unsichtbaren Leinwand langsam in der Luft malten, der zarten Anna Thalbach, die herrlich kokett lächelte, Robert Stadlober mit großer Ernsthaftigkeit sowie Nina Hoger, ungeheuer souverän.

Ein souliges Echo steuerte zwischendurch Sänger Max Mutzke bei, ein tolles Solo bot Enrique Ugarte (Akkordeon). Gerhard Kämpfe moderierte.

Sie alle bekamen für Gedichte und Gesang, Briefpassagen und Beschreibungen von Rilkes Zeitgenossen vom konzentriert lauschenden Publikum stürmischen Beifall. Poesie aus Rilkes „wildem Herzen“, die die Herzen berührte.

Von Mark-Christian von Busse

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