Poker um Eissporthalle: Entscheidung naht

Bertram Hilgen

Kassel. Wird die Eissporthalle zu einer modernen Arena ausgebaut? Der Bad Hersfelder Investor Dennis Rossing muss sich entscheiden. Bis 31. August kann er vom Kaufvertrag mit Hallen-Eigner Simon Kimm zurücktreten.

Damit wären die Pläne für eine Multihalle erneut vom Tisch. Die Vertragspartner machen es wie immer spannend. Vor Ablauf der Frist will sich niemand öffentlich äußern.

Dennis Rossing

Seit über zehn Jahren wird in Kassel über eine moderne Veranstaltungshalle diskutiert. Zwei Anläufe, auf den Giesewiesen und auf dem Salzmann-Gelände, sind gescheitert. Mit dem Aus für den Kasseler Profi-Eishockeysport im Jahr 2010 waren die Pläne für den Bau einer Multihalle für bis zu 10.000 Besucher auf dem Salzmann-Gelände geplatzt. Seitdem denkt der Salzmann-Investor über Kauf und Ausbau der mehr als 30 Jahre alten Eissporthalle am Auestadion nach. Es folgte eine Hängepartie mit immer neuen Ankündigungen und Andeutungen.

„Wir haben geprüft, ob man die Kasseler Eissporthalle zu einer Multiarena umbauen kann. Und die Prüfung hat ergeben: Es ist möglich“, sagte Rossing im Oktober 2010. Im Dezember präsentierte sein Architekt Hans-Uwe Schultze Pläne für den zu dieser Zeit mit 14 Millionen Euro kalkulierten Umbau der Eissporthalle bei laufendem Betrieb. „Die treuen Fans sind uns wichtig“, sagte Schultze damals.

Simon Kimm

Doch schon bald war klar, dass Rossing seine Pläne von einem Technischen Rathaus bei Salzmann abhängig machte. „Wir brauchen jetzt eine politische Entscheidung, ob man eine Multiarena will oder nicht. Vor drei Jahren hat sich die Stadt über alle Fraktionen für den Bau ausgesprochen. Sollten sie sich nun dagegen entscheiden, stellt sich für mich die Frage: Wie verlässlich ist Politik überhaupt? Wir sind bereits auf der Zielgeraden.

 Je schneller wir eine Entscheidung haben, desto eher können wir planen“, sagte Rossing vor zwei Jahren. Im März 2011 betonte Oberbürgermeister Bertram Hilgen in einem Interview mit der HNA: „Wenn es bei Salzmann klappt, werde ich Herrn Rossing an sein Versprechen erinnern, mit eigenem Geld und ohne öffentliche Zuwendungen die Eissporthalle umzubauen. Aber es wird kein Koppelgeschäft geben, wir bauen Büros bei Salzmann nicht um jeden Preis, sondern nur dann, wenn es sich für die Stadt lohnt.“ Nachdem die Stadtverordneten Ende 2011 grünes Licht für das Technische Rathaus gegeben hatten, sagte Rossing: „Unser Ziel ist es nach wie vor, die Eissporthalle umzubauen. Wir werden versuchen, das jetzt wieder anzugehen. Aber Salzmann und die Eishalle stehen in keinem Zusammenhang. Das ist ein separates Thema.“

Hallen-Eigner Simon Kimm ließ vor wenigen Wochen verlauten: „Herr Rossing hat uns ein Angebot zur Übernahme der Halle gemacht, das aber nicht akzeptabel ist.“ Die für ihn überraschende neue Offerte sei keine Basis für ein Geschäft. Anfang Juli dieses Jahres verkündete Rossing: „Ich kann die Halle nur übernehmen und umbauen, wenn ich sie wirtschaftlich betreiben kann.“

Von Ellen Schwaab

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