Sontheimer Thema im Stadtverordneten-Ausschuss - SPD sieht CDU-Kritik als Farce

Polit-Streit ums Klinikum

Klinikum-Vorstandschef Dr. Gerhard M. Sontheimer Foto: nh

Kassel. Der Magistrat bewertet die Kritik an Klinikum-Vorstandschef Dr. Gerhard M. Sontheimer sehr vorsichtig. Das sagte Kassels Bürgermeister und Klinikum-Aufsichtsratschef Jürgen Kaiser (SPD) in der jüngsten Sitzung des Stadtverordneten-Ausschusses für Finanzen, Wirtschaft und Grundsatzfragen.

Zum Ärger der CDU-Fraktion, die die Anfrage an den Magistrat gerichtet hatte, war von Kaiser aber nichts Konkretes zum Fall Sontheimer zu hören. Er sei um eine sachgerechte Aufklärung bemüht, habe aber ebenso dafür zu sorgen, dass geschützte persönliche Daten nicht öffentlich würden, sagte Kaiser, der immerhin einräumte, dass der Ruf des Klinikums als Arbeitgeber derzeit „ein Problem darstellt“.

Sontheimer wird nachgesagt, bereits mehrere hervorragende Ärzte vergrault oder hinausgeworfen zu haben. Wegen der rabiaten Personalpolitik, die im Klinikum bei Beschäftigten für Angst und Frust und für erheblichen Rufschaden gesorgt hat, wird sich der Aufsichtsrat am 30. September mit einem Antrag auf fristlose Kündigung Sontheimers befassen.

Ob der Magistrat die CDU-Einschätzung teilt, „dass die aktuellen Vorgänge um die Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie, Herrn Professor Dr. Sons und um die Pathologie für das Klinikum wirtschaftlich nachteilig und rufschädigend waren beziehungsweise sind“, blieb offen. Es gelte unter anderem, gerichtliche Entscheidungen abzuwarten, sagte Kaiser, der darauf hinwies, dass die wirtschaftliche Situation des Klinikums sehr gut sei.

Auch eine konkrete Antwort auf die Frage, was mit der gekündigten Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie geschehen wird, blieb Kaiser schuldig. Das Ziel sei, dass es auch weiterhin eine Strahlentherapie am Klinikum gebe. Aber die Komplexität der Vorgänge könne ausschließlich im Aufsichtsrat besprochen werden, erklärte der Bürgermeister.

Die heftige CDU-Kritik an Kaiser und dessen Vorgänger im Aufsichtsratsvorsitz, Oberbürgermeister Bertram Hilgen, wies SPD-Stadtverordneter Christian Geselle als „eine Farce“ zurück. Die CDU polemisiere, um die Probleme am Klinikum für die Kommunalwahl am 27. März 2011 auszunutzen. Man dürfe aber das Krankenhaus nicht „für politische Spielchen ausnutzen“, mahnte Geselle. Aus Sicht der SPD habe sich auch CDU-Stadtverordneter Georg Lewandowski „weggeduckt“ und sei nicht zur Sitzung gekommen, sagte Geselle. Lewandowski hatte als Oberbürgermeister und Aufsichtsratschef Sontheimer eingestellt.

Von Jörg Steinbach

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