Comenius-Schüler machen in Niederzwehren eine Umfrage zur Gewerbeansiedlung auf dem Langen Feld

Wie Politik in der Praxis funktioniert

Sie stellen Fragen zum Langen Feld: Die Zehntklässler Marvin Reichel (vorn, von links), Dennis Hauer, Besmir Sefaj und Marcus Krause sowie ihre Lehrer Mico Vancov (hinten, von links) und Simon Apel, die Schüler Christopher Apel und Tim Wirth. Foto:  Pflüger-Scherb

Niederzwehren. 115 Schüler der Johann-Amos-Comenius-Schule aus der Jahrgangsstufe 10 werden ab dem 6. Juni eine Umfrage zu dem von der Stadt geplanten Gewerbegebiet auf dem Langen Feld in Niederzwehren machen. 5000 Haushalte im Stadtteil sollen dazu befragt werden, sagt Lehrer Mico Vancov, Fachvorsitzender für Gesellschaftslehre, der das Projekt zusammen mit seinem Kollegen Simon Apel betreut.

Die Idee für die Umfrage stammt von Ortsvorsteher Harald Böttger. Er will wissen, ob die Menschen in seinem Stadtteil ausreichend über die Thematik informiert sind. Dass es hier noch Defizite gibt, kam bei einer Umfrage der Uni Kassel im Auftrag der HNA Anfang dieses Jahres heraus. Damals stimmten 31,2 Prozent der befragten Kasseler für die Ansiedlung von Gewerbe. 34 Prozent gaben an, sie seien gegen die Bebauung, 29,1 Prozent hatten keine klare Meinung. 5,7 Prozent der Befragten sagten, ihnen sei das Thema nicht bekannt.

„Kennen Sie den aktuellen Planungsstand?“, „Fühlen Sie sich ausreichend informiert?“, „Wünschen Sie sich mehr Informationen?“, „Würden Sie ein Votum abgeben?“ und „Sind Sie für eine Gewerbeansiedlung auf dem Langen Feld?“ sind die fünf Fragen, die die Schüler an den Niederzwehrener Haustüren stellen werden.

Die Schüler selbst sind im Unterricht vier Wochen lang mit der Thematik vertraut gemacht worden. Sie machten sich mit den Standpunkten der Stadt, die für die Gewerbeansiedlung ist, und der Bürgerinitiative, die dagegen ist, vertraut. „Die Schüler haben großes Interesse an dem Thema, weil es uns alle betrifft“, sagt Vancov. Viele kennen das Lange Feld, weil sie dort mit dem Hund spazieren gehen, viele Schüler seien an Umweltthemen interessiert, sagt Apel. „Mit dem Projekt wollen wir den Schülern zeigen, wie Politik in der Praxis funktioniert“, sagt Vancov.

Wichtig sei, dass die Schüler, die an den Haustüren klingeln, den Anwohnern objektiv gegenübertreten. Falls die Befragten Rückfragen haben, sollen die Schüler allerdings alle in der Lage sein, diese zu beantworten. Um sich auf die Haustür-Umfrage weiter vorzubereiten, findet am Dienstag, 31. Mai, eine Podiumsdiskussion mit Stadtrat Dr. Joachim Lohse und einem Vertreter der Bürgerinitiative in der Schule statt.

Wenn den Schülern niemand die Tür öffnet, werfen sie den Fragebogen in den Briefkasten. Die Bürger können diese dann an die Schule senden. Zu dem Projekt gehört natürlich auch die Auswertung. Wie die Niederzwehrener Bevölkerung zu der Gewerbeansiedlung steht, das wollen Lehrer und Schüler bis Anfang der Sommerferien auswerten.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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