HNA-Lesertreff in der Grimm-Schule: Politik stellte sich Jugend

In der gefüllten Turnhalle der Jacob-Grimm-Schule wurde über Politik diskutiert. Die HNA hatte zum Lesertreff eingeladen. Fotos: Fischer

Kassel. Wie würden junge Menschen am 22. September wählen? Dieser Frage sind gestern die Teilnehmer des HNA-Lesertreffs in der Jacob-Grimm-Schule nachgegangen.

Weil aber vor der Wahl die Meinungsbildung kommt, hatten die Oberstufenschüler in der gefüllten Turnhalle der Schule die Möglichkeit, die Kandidaten für die Landtagswahl, Eva Kühne-Hörmann (CDU), Uwe Frankenberger (SPD), Cornelia Janusch (FDP), Karin Müller (Grüne) und Norbert Domes (Die Linke) mit Fragen zu löchern und ihnen auf den Zahn zu fühlen.

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Moderiert von HNA-Politik-Chef Dr. Tibor Pézsa entspann sich von Anfang an eine lebhafte, kurzweilige und kritische Diskussion. Die 300 Schüler – auch von anderen Schulen waren sie an die Wilhelmshöher Allee gekommen – hatten sich gut vorbereitet. Kaum ein Thema – ob Bundes- oder Kommunalpolitik – blieb ausgespart. Die Spannbreite reichte von der Schuldenbremse über die Energiewende bis hin zu Kassel-Calden, dem Adoptionsrecht für Homosexuelle und der Legalisierung von Marihuana.

Zu einem Schlagwort, das im Laufe der 90 Minuten Diskussion immer wieder zitiert wurde, hatte sich Uwe Frankenberger gleich zu Beginn des HNA-Lesertreffs hinreißen lassen. Auf die Schülerfrage, warum die SPD sich gegen eine Koalition mit den Linken sträube, sagt er: „In den westlichen Ländern sind die Linken ein utopischer Haufen.“ In den östlichen Ländern seien sie pragmatischer. Norbert Domes, der auf dem Podium für die Linke saß, nahm den Handschuh auf und sagte, als die Reihe an ihn kam: „Der utopische Haufen ist in Kassel dafür, die Freibäder zu sanieren und zu erhalten.“ Woraufhin er sofort großen Applaus bekam. Frankenberger konterte: „Ich kann auch alles mögliche versprechen mit dem Geld der Bürger.“ Moderator Pézsa sorgte dafür, dass alle Kandidaten ausreichend zu Wort kamen. Die Schüler hörten aufmerksam zu, hakten kritisch nach und stimmten je nach Antwort quer durch Parteienlandschaft mit Applaus zu. Nach Politikverdrossenheit sah das gestern nicht aus. Wer die jungen Leute von den Politikern am meisten überzeugt hat? Am Ende füllten sie Stimmzettel aus, die am Ausgang eingesammelt wurden und die die Schule auszählen wird.

Hessenwahl: Politiker stellten sich Schüler-Fragen

Nach der Wahl am 22. September wird das Ergebnis auch in der HNA veröffentlicht.

Von Christina Hein

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