Tipps: Wer regelmäßig lernt, schafft auch die Ausbildung bei der Polizei

Polizei-Anwärter werden: Hohe Hürden warten auf die Bewerber

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Informierten über die Ausbildung bei der Polizei: (von links) Einstellungsberater Thomas Meyer sowie die beiden Anwärter Sandra Mainka und Martin Krupa.

Martin Krupa (22) und Sandra Mainka (23) sind zwei im Praktikum befindliche Polizei-Anwärter, die Anfang kommenden Jahres ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben werden.

Sollten sie auch die letzten Prüfungen bestehen, werden sie zum Polizeikommissar (auf Probe) ernannt. Nachwuchskräfte sind gefragt.

Dass sich viele junge Menschen für den Polizeiberuf interessieren, wurde jüngst im Polizeiladen an der Wolfsschlucht deutlich. Unter dem Motto „Ein Beruf wie jeder andere - Kein Beruf wie jeder andere!“ stand der dritte Berufsinformationstag der hessischen Polizei.

Neben Polizeihauptkommissar Thomas Meyer, der Einstellungsberater im Polizeipräsidium Nordhessen ist, beantworteten auch Krupa und Mainka die Fragen von vielen Jugendlichen, die mit dem Gedanken spielen, zur Polizei zu gehen.

Ist das Studium schwerer geworden seit der Umstellung von dem Diplom- auf den Bachelor-Studiengang? Einstellungsberater Meyer verneint das. Allerdings sei der Einstellungstest, den die Bewerber meistern müssten, nicht einfach.

„Die meisten fallen bei dem Computertest durch“, sagt Meyer. Dabei handelt es sich um ein psychologisches Testverfahren, bei dem die Bewerber zweieinhalb Stunden in den Bereichen Intelligenz, Konzentrationsleistung, Persönlichkeitsausprägungen und Rechtschreibung getestet werden.

Von 1000 blieben 180 übrig

Kürzlich haben 996 Bewerber diesen Test gemacht. Der HNA liegen Informationen vor, dass ihn nur 415 bestanden haben. Bei Sporttest, Auswahlgesprächen und ärztlicher Prüfung wurde weiter ausgesiebt, sodass zum Schluss nur noch 180 Bewerber übrig blieben, die für das Studium geeignet sind.

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Eine klassische Abschlussprüfung gibt es für die Absolventen der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung (HfPV) nicht mehr. Seit 2010 gibt es Bachelor-Studiengänge. Das Studium gliedert sich seitdem in insgesamt sechs Studienabschnitte, welche in Module unterteilt sind. Jedes Modul endet mit einer Modulprüfung, welche die Studieninhalte interdisziplinär abfragt.

Fünf Prozent Abbrecher 

Die Quote der nicht bestandenen Prüfungen, die zur Beendigung des Studiums führen, liege bei durchschnittlich fünf Prozent, sagt Sandra Breyer, Sprecherin der Polizeiakademie Hessen. „Diese Quote ist nahezu deckungsgleich mit der Nichtbestehens-Quote zu Beginn des ehemaligen Diplom-Studiengangs des Polizeivollzugsdienstes.“

Auch die Anwärter Krupa und Mainka haben schon erlebt, dass Kommilitonen durch Prüfungen gefallen sind. Zu schwer finden die beiden die Ausbildung dennoch nicht. „Wenn man regelmäßig was macht und sich engagiert, dann ist das Studium zu schaffen“, sagt Krupa.

Wer Polizist werden will, muss mindestens 1,60 Meter groß sein

Wer in Hessen Polizist werden möchte, muss folgende Bedingungen erfüllen: Abitur, Fachhochschulreife oder einen entsprechenden Bildungsabschluss (Meisterprüfung), Polizeidiensttauglichkeit, Mindestgröße 1,60 Meter, Höchstalter 34 Jahre am Tag der Einstellung (ab dem 1. Oktober 2015: 32 Jahre), jederzeitiges Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung, gerichtlich nicht vorbestraft. Die deutsche Staatsbürgerschaft ist nicht erforderlich.

Das Eignungsauswahlverfahren für den gehobenen Polizeivollzugsdienst wird zentral bei der Polizeiakademie Hessen in Wiesbaden gemacht. Hier durchlaufen die Bewerber in anderthalb Tagen verschiedene Stationen. Es gibt einen Computertest, einen Sporttest, eine Gruppenaufgabe, ein Einzelinterview und zum Abschluss die polizeiärztliche Untersuchung.

Ab dem ersten Studientag erhalten die Anwärter Bezüge in Höhe von 990 Euro (1. Studienjahr), 1045 Euro (2. Studienjahr) und 1100 Euro (3. Studienjahr).

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