Polizei: Einspurigkeit an Kreuzung Ludwig-Mond-Straße hat sich bewährt

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Der einspurige Kreuzungsbereich der Ludwig-Mond-Straße

Wehlheiden. Laut Polizei hat sich für Autofahrer auf der Ludwig-Mond-Straße nichts geändert, seit der Kreuzungsbereich mit der Sternbergstraße/Schönfelder Straße/Heinrich-Heine-Straße einspurig umgestaltet wurde.

„Aus unserer Sicht hat sich für Autofahrer nichts geändert. Nur für Fußgänger ist hier alles sicherer geworden“, sagt der Erste Polizeihauptkommissar Achim Scholz. Die Umgestaltung war im vergangenen November abgeschlossen worden.

Alle vier Zufahrtsrichtungen auf den Knotenpunkt sind seitdem auf eine Fahrspur reduziert worden, so dass die Zebrastreifen für Fußgänger seither nur noch über jeweils einen Fahrstreifen führen.

„Durch die Maßnahme wurde kurzfristig mit einfachen und finanzierbaren Mitteln eine deutliche Erhöhung der Sicherheit für Fußgänger an allen Kreuzungsästen erzielt“, sagt Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt Kassel. Wie erwartet, komme es insbesondere in den Verkehrsspitzenzeiten morgens und nachmittags stadteinwärts zu Rückstaus. Diese seien aber nicht gravierender, als dies auch bei Ampeln auf der Kreuzung zu erwarten wäre, sagt Happel-Emrich. Die Staus seien in Hinblick auf die gestiegene Verkehrssicherheit vertretbar.

Das sieht die Polizei genauso. „Hier gibt es keine übermäßigen Staus. Die Menschen benötigen aber immer Zeit, um sich an neue Situationen zu gewöhnen“, sagt Scholz. Er fügt hinzu, dass die Kreuzung mit zwei Fahrstreifen und Zebrastreifen niemals hätte so gebaut werden dürfen. „Das ist nie zulässig gewesen.“ Von daher sei der Rückbau auf jeweils einen Fahrstreifen im vergangenen Herbst eine erlaubte Alternative gewesen.

Wehlheidens Ortsvorsteher Norbert Sprafke geht davon aus, dass es sich nur um eine provisorische Lösung handelt. „Wir erwarten, dass die Stadt im Jahr 2015 die Ampelanlage baut“, sagt Sprafke. Zudem hofft er, dass die Stadt auf der Ludwig-Mond-Straße so schnell wie möglich wieder eine Radaranlage aufstellt. Laut Ortsvorsteher hat es nach der anfänglichen Aufregung keine Beschwerden mehr über die Einspurigkeit gegeben.

Anwohner und Gastronom Kostas Vick hat da ganz andere Erfahrungen gemacht. Er berichtet von zahlreichen Anwohnern, die sich beschweren. „Die Kreuzung sieht ungepflegt aus, ständig hört man bremsende Autos quietschen und Gehupe.“ Durch die Staus werde die Luft verschmutzt. „Es gibt ständig Auffahrunfälle. Die meisten Leute rufen wegen der Blechschäden aber gar nicht mehr die Polizei“, sagt Vick.

Zwischen November 2012 und Ende Juni seien sechs Unfälle an dieser Kreuzung passiert. „Das sind zwei Auffahrunfälle mehr als früher“, sagt Scholz. Hinzu kommt der Unfall, bei dem eine Radfahrerin Anfang August schwer verletzt worden ist. Die Frau war über den Zebrastreifen gefahren, was allerdings verboten ist. Dabei war sie von einem Auto angefahren worden.

Scholz geht davon aus, dass sich hier kein Unfallschwerpunkt entwickeln wird.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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