Kasseler Ermittler wollten eigentlich Nachbarwohnung nach Drogen durchsuchen

Polizei entdeckt Hanf-Plantage in Kasseler Nordstadt

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Plantage in der Wohnung: 25 Cannabis-Pflanzen wie diese entdeckten Drogenfahnder der Kasseler Kripo in einer Wohnung in der Nordstadt.

Kassel. Durch Zufall sind Ermittler der Kriminalpolizei am Donnerstag in der Kasseler Nordstadt auf eine Cannabis-Plantage gestoßen.

Dabei seien in der Wohnung eines 33-Jährigen 25 Pflanzen sichergestellt worden, deren Ernte schätzungsweise 600 Gramm Marihuana erbracht hätte, teilte Polizeisprecher Torsten Werner mit.

Auf die Spur der Plantage brachte die Beamten eine Sporttasche, die der Fahrer eines Mietwagens unbegleitet von Kassel nach Frankfurt transportieren sollte. In der Tasche befanden sich laut Werner 400 Gramm Haschisch und 30 Gramm Amphetamin – Wert im Straßenverkauf etwa 4500 Euro.

Alarmiert hatte die Polizei der Fahrer des Mietwagens. Nachdem er einige Kilometer unterwegs gewesen war, sei er skeptisch geworden und habe in die herrenlose Tasche geschaut. Darin habe er die zwischen Zeitungspapier mit Pulver befüllten Päckchen gefunden.

Nach dem Fund dieser Betäubungsmittel ermittelteten die Drogenfahnder den Absender der Sporttasche und machten sich auf den Weg zu seiner Anschrift. Als sie vor der Wohnung des 31-Jährigen standen, entdeckten sie auffällige Spuren eines Aufbruchs an der Tür der Nachbarwohnung. Als die Beamten sich das genauer ansahen, stellten sie fest, dass die Tür unverschlossen gewesen sei. In der Wohnung sei dann die so genannte Cannabis-Indoorplantage entdeckt worden.

Sowohl der 31-Jährige Absender der Sporttasche als auch der 33-Jährige Cannabis-Gärtner seien bei der Polizei bereits mehrfach wegen ähnlicher Drogendelikte in Erscheinung getreten. Der 31-Jährige müsse sich nun wegen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten. In seiner Wohnung hatten die Polizisten bei der Durchsuchung weitere 50 Gramm Amphetamine gefunden.

Auch dem 33-Jährigen werde ein Verstoß gegen Paragraf 29a des Betäubungsmittelgesetzes vorgeworfen. Darin ist eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr vorgesehen, wer Betäubungsmittel in nicht geringer Menge herstellt.

Beide Verdächtigen seien nach den Vernehmungen wieder frei gelassen worden. Die Ermittlungen des zuständigen Kommissariats dauern an. (clm)

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