Streit hatte in einer Korbacher Diskothek begonnen - Tatverdächtige aus Kassel

Polizei fasst die A 49-Schützen

Kassel/Korbach. Gut zwei Wochen nach den Schüssen auf der A 49 an der Ausfahrt Kassel-Auestadion, bei denen zwei Männer schwer verletzt worden waren, hat die Polizei die mutmaßlichen Täter festgenommen.

Zwei 22 und 23 Jahre alte Männer aus Kassel und dem Landkreis Kassel. Der 22-Jährige ist laut Polizei dringend verdächtigt, vier Mal auf Personen in einem fahrenden Auto geschossen zu haben. Der 23-Jährige soll zumindest mit dabei gewesen sein.

Als Motiv nannte der mutmaßliche Täter eine „gravierende Ehrverletzung“. Am Rande einer Disko-Veranstaltung in Korbach sei er von anderen Besuchern massiv beleidigt worden. Anders als von der Polizei zunächst vermutet, habe man den Mercedes, auf den er später geschossen habe, nicht von Korbach aus verfolgt, sagte der 22-Jährige. Vielmehr habe er ihn kurz vor Kassel auf der Autobahn wieder gesehen und sich spontan entschlossen, auf die Insassen zu schießen. Denn die seien es gewesen, die ihn in Korbach beleidigt hätten.

Er habe hinten rechts im Wagen gesessen, sein 23-jähriger Freund links neben ihm. Den Wagen habe eine 23-jährige Bekannte gesteuert, die als einzige wohl an dem Sonntagmorgen noch nüchtern gewesen sei. Beifahrer sei der Freund der 23-Jährigen gewesen. Nach der Schießerei war nach einem blauen Ford Fiesta mit KB-Kennzeichen als Tatfahrzeug gefahndet worden. Wie ein Polizeisprecher gestern gegenüber der HNA erklärte, hatten die Opfer aber offensichtlich KS mit KB verwechselt.

Die 23-Jährige wurde ebenfalls festgenommen. Ohne Umschweife habe sie zugegeben, das Auto gefahren zu haben. Sie sei mit ihrem Freund und den beiden Tatverdächtigen zusammen nach Korbach zu diesem Konzert gefahren. Da sie nichts getrunken hatte, fuhr sie am Morgen den Wagen auch zurück. Von der Tat selber sei sie völlig überrascht worden. Plötzlich habe der hinten rechts sitzende 22-Jährige seine Scheibe herunter gelassen und mehrfach geschossen. Dann habe er ihr gesagt, sie solle auf der A 49 geradeaus weiter fahren.

In der Kasseler Innenstadt habe sie den Schützen und seinen 23-jährigen Freund abgesetzt. Aus Angst vor möglichen Repressalien habe sie sich nicht getraut, zur Polizei zu gehen. Die junge Frau wurde nach der Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt.

Von Ingo Happel-Emrich

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