Hintergründe unklar

Verfolgung auf dem Wasser: Polizei fischt Flüchtigen aus Fulda

Kassel. Eine spektakuläre Verfolgungsjagd samt Rettungsaktion für den Flüchtenden, der in die Fulda gesprungen war, hat sich am Samstagabend ereignet. Der 33-jährige Mann konnte schließlich - völlig unterkühlt - aus dem Fluss gezogen werden. Er wurde in ein Kasseler Krankenhaus gebracht.

Begonnen hatte nach Angaben der Polizei alles gegen 19.15 Uhr in der Kettengasse, unweit des Altmarkts. Eine 19-jährige Frau hatte dort laut um Hilfe gerufen, weil der 33-jährige Mann ihr unbemerkt bis zur Haustür gefolgt war. Dort kam es zu einem Gerangel. Ein Anwohner kam der jungen Frau zur Hilfe und verfolgte den flüchtenden Mann bis zur Fulda. Dort sprang der Tatverdächtige in den Fluss.

Die inzwischen alarmierten Polizeibeamten entdeckten den Flüchtenden, der mit der Strömung Richtung Schleuse trieb. Ein Motorbootfahrer des Nautic-Clubs Kassel bot der Polizei spontan seine Hilfe, um den Mann fassen und vor allem zu retten. „Denn ein Treiben über das Walzenwehr wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich ausgegangen“, sagte ein Polizeisprecher.

Vom Boot aus bot ein Polizist dem 33-jährigen Äthiopier Hilfe an, was dieser jedoch ablehnte. Im Gegenteil, er verlangte „freien Abzug“, was ihm zunächst auch in Aussicht gestellt wurde, schildert der Polizeisprecher. Es folgte ein langes Hin und Her: Mal nahm der Mann den zugeworfenen Rettungsring in Anspruch, mal ließ er sich auch aufs Boot ziehen, um dann wieder in die Fulda zu springen.

Nach etwa 50 Minuten bekam ein Beamten dann den Tatverdächtigen im Wasser zu fassen und hielt ihn bis zum rettenden Ufer fest. Dort wurde der 33-Jährige, der wegen Eigentums-, Gewalt-, und Drogendelikten bereits polizeibekannt ist, festgenommen - wobei er allerdings noch erheblichen Widerstand leistete.

Der völlig unterkühlte Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht. Nach seiner Behandlung erwartet ihn laut Polizei eine psychologische Begutachtung, weil er sich möglicherweise selbst etwas antun könnte.

Die 19-Jährige ist nach dem Vorfall geschockt, aber körperlich unversehrt. Was der Mann von ihr wollte, ist bislang noch nicht bekannt. Das Opfer kannte den Täter nicht. Der 33-Jährige konnte von der Polizei bisher nicht befragt werden. (rud)

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