Unfallzahlen lassen aufhorchen – Mehr Aufklärung nötig

Polizei hat E-Scooter im Blick

Ein Herr fährt auf einem Roller, das Foto ist stark verschwommen.
+
Die Polizei und die Stadt Kasel wollen im Juni über den richtigen Umgang mit E-Scootern informieren.

In Kassel gibt es bislang vier Anbieter von E-Scootern zum Mieten. Die Roller sind immer öfter in der Stadt zu sehen. Die Polizei und die Stadt Kassel wollen im Juni vor dem Kulturbahnhof über den richtigen Umgang mit den Fahrzeugen informieren.

Kassel – Ein vierjähriger Junge wurde Anfang Mai von dem Fahrer eines E-Scooters in der Nordstadt auf einem Gehweg umgefahren. Anschließend flüchtete der Fahrer, das Kind musste mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.

Solch gravierenden Unfälle mit E-Rollern sind nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Mänz zum Glück bislang nur Einzelfälle. Auch wenn sich viele Menschen über E-Roller, die auf Bürgersteigen stehen, ärgerten, so sei die Anzahl der Beschwerden bei der Polizei noch äußerst gering, sagt Polizeioberkommissar Christian Bültemann, zuständig für Prävention bei der Verkehrsdirektion des Polizeipräsidiums Nordhessen. Im vergangenen Jahr habe es in ganz Nordhessen 18 Unfälle mit Elektrokleinfahrzeugen gegeben, zu denen die E-Roller zählen. Dabei seien acht Menschen leicht und zwei schwer verletzt worden. „Solche Zahlen lassen uns aufhorchen“, sagt Bültemann.

Der Sommer stehe vor der Tür, und es sei davon auszugehen, dass immer mehr Menschen mit E-Rollern unterwegs sind. „Bevor größere Verkehrsunfälle passieren, wollen wir die Menschen aufklären“, sagt Bültemann. Deshalb würden Polizei und Stadt Kassel gemeinsam Mitte Juni über E-Scooter auf dem Vorplatz des Kasseler Kulturbahnhofs informieren. „Es gibt viele Fragezeichen in den Köpfen der Menschen zu diesem neuen Verkehrsmittel. Kaum einer weiß richtig Bescheid“, so Bültemann. Zum Beispiel wüssten viele nicht, dass auf einem E-Roller dieselben Promille-Grenzen wie beim Autofahren gelten.

Der Polizist weist darauf hin, dass die Chancen nicht schlecht stünden, einen E-Rollerfahrer zu identifizieren, wenn dieser nach einem Unfall geflüchtet sei. Schließlich könnte per GPS von den vier Anbietern in Kassel festgestellt werden, wo ein Roller anmietet und abgestellt worden ist.

Man könne den Weg nachverfolgen, den ein Mieter zurückgelegt hat, so Philip Reinckens vom Leihanbieter „Tier“. Wenn feststehe, dass ein Unfall mit einem von „Tier“ gemieteten Roller verursacht worden sei, trage man natürlich zur Aufklärung bei.

Das ist alles verboten

Die Polizei habe bereits mehrere E-Rollerfahrer gestoppt, die alkoholisiert waren, so Polizeisprecher Matthias Mänz. Zuletzt einen 22-jährigen Mann, der auf dem Steinweg mit 1,9 Promille unterwegs war. Auf dem E-Roller gelte dieselbe Promillegrenze wie beim Auto. Darüber hinaus darf man nicht zu zweit auf dem Roller und nicht nebeneinander fahren. Das Befahren von Gehwegen ist für Roller untersagt, zudem dürfen keine Taschen an den Lenker gehängt werden. (Ulrike Pflüger-Scherb)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.