Dienstag zum Haftrichter

Mercedes-Fahrer rast auf Polizistin zu: Anklage erhoben

Draufsicht Gießbergstraße Kassel
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Polizei Kassel: Hier gab der Raser Gas - in der Gießbergstraße 

In Kassel ging die Polizei gegen einen Raser vor. Womöglich brachte dieser eine Beamtin in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt Anklage erhoben. Eine lange Haftstrafe steht im Raum.

  • Eine Kontrolle der Polizei Kassel eskalierte am Dienstag
  • Ein Raser im Mercedes hielt auf eine Polizistin
  • Anklage wegen versuchtem Mord erhoben

Update vom Mittwoch, 15.07.2020, um 17.45 Uhr: Auf den festgenommenen Raser, der unter Verdacht steht, am Dienstag vorsätzlich auf eine Polizeibeamtin zugefahren zu sein, könnte eine lange Haftstrafe zukommen. Ein Haftrichter ordnete am Mittwoch Untersuchungshaft für den 31 Jahre alten Mann an*. Das teilte die Polizei Kassel am Mittwochabend mit. Die Anklage lautet demnach versuchter Mord, gefährlicher Körperverletzung, Gefährdung des Straßenverkehrs sowie tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte.

Bei einer Verkehrskontrolle hatte der Angeklagte urplötzlich Gas gegeben. Eine Beamtin musste zur Seite springen, um nicht von dem Auto erfasst zu werden. Bei einem Atemtest kurz nach der Festnahme wurden bei dem Mann 2 Promille festgestellt.

Originalmeldung vom Mittwoch, 15.07.2020, um 9.05 Uhr: Kassel - Gegen 14.40 Uhr am Dienstag wurde die Polizei in Kassel wegen eines Mannes alarmiert, der mit seinem Auto durch aggressive Fahrweise auffiel.

Polizei Kassel: Beamtin muss sich vor Raser retten

Im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen der Polizei konnte das Auto des Fahrers dann in der Innenstadt von Kassel durch eine Polizei-Streife gesichtet werden. Der Fahrer des gesuchten Mercedes zeigte sich zunächst kooperativ und hielt nach der ersten Halteaufforderung an. Doch sobald sich die Beamten der Polizei Kassel seinem Auto näherten, gab dieser wieder Gas. In der Pressemeldung der Polizei heißt es: „Nur durch einen Sprung zur Seite konnte eine Polizeibeamtin verhindern, dass sie überfahren wurde.“

Eine Beamtin der Polizei Kassel, die den Mann kontrollieren sollte, konnte sich nur durch einen Sprung vor dem rücksichtslosen Raser retten. Dem Fahrer des Mercedes gelang zunächst die Flucht. Gegen 16.30 Uhr wurde das Fahrzeug nach Angaben der Polizei im Bereich der Nordstadt in Kassel erneut durch Beamte der Polizei gesichtet.

Polizei Kassel: Fahndung führte zum Erfolg

Darauf hin leitete die Polizei umgehend eine Fahndung nach dem Mann ein. In der Dresdner Straße in Kassel führte diese dann schlussendlich zum Erfolg. Hier gelang es den Beamten der Polizei Kassel, das Auto zu stoppen.

Laut Polizei Kassel versuchte der Mann, zu Fuß weiter zu flüchten. Doch die Beamten konnten ihn bereits nach kurzer Zeit stoppen. Die ihm nacheilenden Ordnungshüter nahmen den Mann fest.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen in Kassel bereits der Polizei bekannten 31-jährigen. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob der Festgenommene am Dienstag wegen eines versuchten Tötungsdeliktes dem Haftrichter vorgeführt wird.

Polizei in Kassel geht gegen Raser mit eigener AG vor

In Kassel muss die Polizei immer wieder wegen Rasern in den Straßenverkehr eingreifen. Mittlerweile gibt es hierfür sogar eine eigene Arbeitsgruppe, die „AG Poser“. Diese wurde auch in der Nacht auf Dienstag, den 14.07.2020, und am vorangegangenen Wochenende aktiv. Im Nachgang der Kontrollen, müssen nun mindestens elf der Fahrer mit einem Fahrverbot rechnen.

Ein Fahrer eines Mercedes AMG muss neben einer Geldstrafe, mit einem dreimonatigen Fahrverbot rechnen. Dieser war im 60 km/h Bereich der Dresdnerstraße mit 69 km/h zuviel auf dem Tacho unterwegs. Erst Ende Juni gab es in Kassel ebenfalls einen Einsatz der Task Force „AG Poser“. Die Polizei Kassel stoppte hier sogar einen BMW, der mit 200 km/h durch Kassel fuhr. (Luisa Ebbrecht und Lucas Maier)

* In der vorherigen Fassung des Artikels wurde das Alter des Verdächtigen entsprechend des ersten Polizeiberichts mit 32 Jahren angegeben. Die Polizei hat das Alter des Mannes mittlerweile auf 31 korrigiert.

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