Seit 2010 werden auffällig viele Fahrzeuge in Kassel gestohlen

Polizei kämpft gegen organisierte Autobanden

Kassel. Organisierte Banden, die sich auf Autodiebstähle spezialisiert haben, bereiten der Kasseler Polizei viel Arbeit. Die Täter haben es auf große und teure Autos aus Deutschland abgesehen: T4- und T5-Busse von VW, Modelle von BMW, Audi und Porsche sind derzeit bei Autodieben sehr gefragt.

Im Juni wurden in Stadt und Landkreis Kassel 15 Fahrzeuge (2010: 9 Fälle) gestohlen, hinzu kommen vier Versuche. Allein in der Nacht zum Mittwoch schlugen die Autodiebe dreimal zu. Laut Polizei wurde in Lohfelden ein BMW 318 gestohlen. Versuche, bei einem Autohaus an der Leipziger Straße in Kassel einen Porsche Cayenne und in Söhrewald einen VW-Touran kurzzuschließen, scheiterten hingegen.

„Wir haben da ein deutliches Problem seit Mitte 2010“, sagt Kriminaldirektor Gerald Hoffmann, Leiter der Abteilung Einsatz im Polizeipräsidium Nordhessen. Die zentrale Lage Kassels und die schnelle Erreichbarkeit der Autobahnen mache es den Autodieben leicht. Hoffmann geht davon aus, dass sich das Problem noch verschärfen wird, wenn die A 44 weitergebaut worden ist.

Im Februar dieses Jahres wurde deshalb im Kommissariat für Organisierte Kriminalität eine Ermittlungsgruppe angesiedelt, die sich ausschließlich um die Bekämpfung von Bandenkriminalität kümmert. Die Polizei arbeitet dabei mit den Behörden aus den benachbarten Bundesländern zusammen. Hoffmann berichtet von länderübergreifenden Aktionstagen, an denen überall gleichzeitig Fahrzeuge kontrolliert werden.

Wird ein Auto nachts um 1 Uhr in Kassel gestohlen, so könne man davon ausgehen, dass die Diebe es bereits um 4 Uhr über die polnische Grenze bringen, ohne dass der Besitzer den Verlust bemerkt habe, sagt Hoffmann. Bei den Diebstählen handele es sich um Auftragsarbeiten für den osteuropäischen Markt. (use)

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